Probleme auf der Strecke Hamburg–Berlin nach Sanierung noch nicht behoben
Nach der Modernisierung der Bahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin lief der Betrieb in den ersten Wochen weiterhin nicht stabil. In einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen heißt es, dass das angestrebte Niveau bei der Pünktlichkeit bislang noch nicht erreicht worden sei. Zuerst hatte die „Tagesschau“ darüber berichtet.
Unmittelbar nach der Wiederinbetriebnahme waren demnach vom 14. bis 30. Juni 133 von insgesamt 1.272 Zügen mit mindestens 91 Minuten Verspätung unterwegs. Nur 105 Züge kamen mit weniger als einer Minute Abweichung ans Ziel. Besonders auffällig waren die Ausfälle Ende Juni: Am 27. Juni entfielen 28 von 51 vorgesehenen Zügen, einen Tag später 19. Im gesamten Juni gab es lediglich vier Tage ohne Zugausfälle.
Wetter und Anlaufphase als Ursachen
Im Zeitraum vom 1. bis 26. Juli entspannte sich die Lage im Vergleich zu den ersten Tagen etwas. Von 1.878 Zügen hatten noch 86 eine Verspätung von mindestens 91 Minuten. Der stärkste Ausfall wurde am 1. Juli registriert, als im Fernverkehr 16 von 52 geplanten Zügen nicht verkehrten. An zehn Tagen fiel kein einziger Zug aus.
Nach Angaben der Bundesregierung verweist die Deutsche Bahn darauf, dass bei komplexen Inbetriebnahmen ein schrittweises Hochfahren der Technik üblich sei. Trotz gründlicher Prüfungen und Abnahmen könnten manche Mängel oder verborgene Fehler erst im regulären Betrieb unter voller Belastung erkannt werden. Zudem hätten heiße Tage und örtliche Unwetter die Situation zusätzlich erschwert.
Sanierung dauerte länger als vorgesehen
Die Strecke zwischen Berlin und Hamburg war von August 2025 bis Juni 2026 umfassend erneuert worden. Ursprünglich sollte die Sanierung bis zum 30. April 2026 abgeschlossen und die Vollsperrung beendet sein. Dass sich das Projekt um rund anderthalb Monate verzögerte, erklärte die Bahn mit Frost zu Beginn des Jahres. Einen ersten Teilabschnitt hatte das Unternehmen bereits Mitte Mai wieder freigegeben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber