Hamburg

«Hope» kämpft weiter: Das Ostsee-Wal-Drama auf der Bühne

Wochenlang bangte ganz Deutschland um den Ostsee-Wal. Jetzt zeigt ein Hamburger Theaterabend, warum daraus ein nationales Drama wurde.

17.06.2026, 15:51 Uhr

„Die Hope stirbt zuletzt“

Das Drama um den Buckelwal, der mehrfach an der deutschen Ostseeküste strandete, wird zum Stoff eines Theaterabends. Premiere ist am 11. Juli im Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg. Regisseur Alexander Klessinger kündigt eine Mischung aus Performance, Konzert, Messe und öffentlicher Selbstbefragung an. Der Titel des Abends lautet: „Die Hope stirbt zuletzt.“

Nach Angaben des Regisseurs entsteht aus Originalzitaten von Politikern, Wissenschaftlern, Aktivisten und Augenzeugen eine Art Messe für Timmy beziehungsweise Hope. Unter diesen beiden Namen war der Buckelwal in Deutschland bekannt geworden.

Ausnahmezustand rund um den Wal

Klessinger sieht in den Reaktionen auf das Tier einen gesellschaftlichen Ausnahmezustand. Der Buckelwal war im März und April immer wieder gestrandet – zunächst vor Timmendorfer Strand, später vor Wismar. Millionen Menschen hätten sein Schicksal verfolgt, sagt der Theatermacher. Es sei gehofft, diskutiert, getrauert, demonstriert und gestritten worden.

Am Ende lag der rund zwölf Tonnen schwere Meeressäuger in der flachen Kirchsee-Bucht auf der Insel Poel fest. Eine private Rettungsinitiative brachte ihn in einer aufwendigen Aktion mit einem großen Transportkahn in die Nordsee. Das Tier überlebte die Rettung jedoch nur wenige Tage. Am 14. Mai wurde der Wal tot vor der dänischen Ostseeinsel Anholt entdeckt.

Musik und Gespräch im Anschluss

Begleitet wird der Abend den Angaben zufolge von der Berliner Band Tulpe, deren Song „Sprengt den Wal“ zahlreiche Fans fand. Nach der Aufführung ist außerdem ein Gespräch mit der Tierärztin Kirsten Tönnies geplant. Sie gehörte zu dem privaten Rettungsteam um die Finanziers Walter Gunz und Karin Walter-Mommert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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