Politik

G7 planen harten Deckel für Rohstoffimporte aus China

G7 ziehen die Reißleine: So wollen sie Chinas Griff auf seltene Erden brechen – und Abhängigkeiten bis 2030 senken.

17.06.2026, 15:17 Uhr

Die G7-Staaten wollen ihre Abhängigkeit von einzelnen Rohstofflieferanten deutlich verringern, um das Risiko politischen Drucks zu senken. Beim G7-Gipfel im französischen Évian vereinbarten sie in einer gemeinsamen Erklärung, den Anteil bestimmter Importe von Anbietern außerhalb der G7 und ihrer Partnerländer bis 2030 auf unter 60 Prozent zu reduzieren. Im Fokus stehen vor allem seltene Erden und Permanentmagnete.

Anschließend soll nach dem Willen der Staaten möglichst rasch eine Marke von 50 Prozent erreicht werden. China wurde in der Erklärung zwar nicht ausdrücklich genannt, gilt bei vielen dieser Rohstoffe aber als dominierender Akteur auf dem Weltmarkt.

Seltene Erden und leistungsstarke Magnete sind für zahlreiche Branchen wichtig, darunter Industrie, Hightech und Rüstung. Sie werden unter anderem in Smartphone- und Fernseherbildschirmen, Elektromotoren, Halbleitern und Turbinen eingesetzt.

Für zusätzliche Spannungen sorgte, dass China im April 2025 Exportkontrollen verhängt hatte. Die Maßnahme wurde als Reaktion auf die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gewertet, von der China besonders stark betroffen war. Auch deutsche Unternehmen spüren die Folgen. Offiziell begründet Peking die Einschränkungen damit, dass es sich um Rohstoffe mit doppeltem Verwendungszweck handle, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können.

Insgesamt umfasst die Gruppe der seltenen Erden 17 Metalle. Trotz ihres Namens sind sie nicht zwangsläufig selten. Schwieriger ist vielmehr, Lagerstätten mit ausreichend hoher Konzentration zu finden und wirtschaftlich abzubauen.

China verfügt über große Vorkommen und hat sich stark auf Förderung und Verarbeitung spezialisiert. Mit günstigen Angeboten hat sich das Land auf dem Weltmarkt nahezu eine Monopolstellung erarbeitet. Daneben fördern auch Länder wie Brasilien, Indien und Australien seltene Erden.

Auch in der EU gibt es bereits Vorgaben zu kritischen und strategischen Rohstoffen. Demnach soll die Union spätestens 2030 nicht mehr als 65 Prozent ihres jährlichen Bedarfs an einem strategischen Rohstoff in jedem relevanten Verarbeitungsschritt aus einem einzigen Nicht-EU-Land beziehen. Aus EU-Kreisen hieß es, die G7-Einigung betreffe nur einen engeren Bereich und sei nicht verbindlich. Deshalb dürfte die EU ihre bestehende Gesetzgebung voraussichtlich nicht anpassen müssen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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