Nordrhein-Westfalen

Premiere: Staatschef auf der Gamescom

Gamescom auf neuem Level: Nach Wüsts Drachenritt mischt sich jetzt sogar ein Staatsoberhaupt unter die Gamer.

17.06.2026, 15:48 Uhr

Bundespräsident Steinmeier besucht erstmals die Gamescom

Die Gamescom erreicht in diesem Jahr eine neue politische Dimension: Zum ersten Mal wird mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein deutsches Staatsoberhaupt auf der weltweit größten Messe für Computer- und Videospiele erwartet. Wie die Koelnmesse und der Branchenverband Game in Köln mitteilten, hat Steinmeier seine Teilnahme an der Eröffnung des Gamescom-Kongresses am 27. August zugesagt.

Der Bundespräsident soll dort die Eröffnungsrede halten und sich anschließend an einer Podiumsdiskussion beteiligen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Rolle Games in der Demokratie spielen und wie sie zur Vermittlung demokratischer Werte beitragen können. Danach ist ein Rundgang über das Messegelände geplant.

Game-Geschäftsführer Felix Falk erklärte, man freue sich darauf, gemeinsam mit Steinmeier die Potenziale von Games etwa bei gesellschaftlichen und demokratischen Themen in den Blick zu nehmen. Der Besuch des Bundespräsidenten unterstreiche zudem die große gesellschaftspolitische Bedeutung von Spielen.

Gamescom seit Jahren ein Treffpunkt der Politik

Die Gamescom zieht seit Langem regelmäßig prominente Politikerinnen und Politiker an, die sich dort über die Entwicklung der stark wachsenden Branche informieren. Gaming ist im Digitalzeitalter ein Milliardenmarkt, Deutschland spielt darin bislang aber nur eine Nebenrolle. Das soll sich nach dem Willen der Politik ändern: Staatliche Förderprogramme sollen dazu beitragen, mehr Entwickler und Publisher im Land anzusiedeln oder bestehende Unternehmen beim Ausbau ihres Geschäfts zu unterstützen.

Bereits 2017 war die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Gamescom zu Gast und äußerte sich positiv über die Bedeutung der Branche. Kurz darauf startete ein Förderprogramm des Bundes. Auch der damalige Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, der für den Games-Bereich zuständig war, sprach 2023 und 2024 auf der Messe.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gehört ebenfalls seit Jahren zu den bekannten Gästen. 2024 sorgte er bei einem Rundgang für Aufmerksamkeit, als er mit VR-Brille auf einem beweglichen Hightech-Gestell Platz nahm, das mit Ventilator und spezieller Inszenierung einen Flug auf einem Drachen simulieren sollte.

Weitere Spitzenpolitiker angekündigt

Für die diesjährige Gamescom haben sich bereits Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sowie die nun für Games zuständige Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) angekündigt. Steinmeier wird einen Tag nach ihnen, am 27. August, auf der Messe erwartet.

Im vergangenen Jahr kamen rund 357.000 Besucherinnen und Besucher zur Gamescom, darunter viele aufwendig verkleidete Cosplayer. Das waren etwa 22.000 mehr als im Vorjahr. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2019 mit 373.000 Besucherinnen und Besuchern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen