Die Mehrheit im Nürnberger Stadtrat aus CSU und SPD warnt vor jahrelangen Verzögerungen, falls der Ausbau des Frankenschnellwegs gestoppt wird. Nürnbergs Verkehrsreferent Andreas Kriegelstein (CSU) erklärte, jede realistische Alternative zur geplanten innerstädtischen Verlängerung der A73 würde mindestens zehn Jahre Vorbereitung benötigen.
Am 28. Juni entscheiden die Nürnbergerinnen und Nürnberger in einem Bürgerentscheid über das seit mehr als 20 Jahren umstrittene Großprojekt. Die bisherige, bereits baurechtlich genehmigte und vom Stadtrat beschlossene Planung sieht einen kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs vor. Kernstück ist ein 1,8 Kilometer langer Tunnel, auf dessen Dach ein Stadtpark entstehen soll. Die Kosten werden derzeit auf rund 1,1 Milliarden Euro geschätzt.
Hohe Belastung für Anwohner
Nach Darstellung der Stadt leiden vor allem Tausende Menschen entlang der Strecke unter starkem Verkehrslärm und schlechter Luft. Zudem kommt es immer wieder zu langen Rückstaus, da der Verkehr bislang über Ampeln geregelt wird.
Die Gegner des Projekts hatten den Baubeginn mit langjährigen Gerichtsverfahren bereits mehrfach hinausgezögert. Sie verweisen auf die voraussichtliche Bauzeit von mindestens zwölf Jahren sowie die hohen Ausgaben. Kriegelstein entgegnete, dass die Kosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen seien und ein früherer Start wesentlich günstiger gewesen wäre.
Stadtratsparteien wollen Votum respektieren
SPD und CSU betonten, sie würden das Ergebnis des Bürgerentscheids in jedem Fall anerkennen. Gleichzeitig fordern sie dies auch von den Gegnern des Vorhabens. Sollte sich eine Mehrheit für den Ausbau aussprechen, dürfe das Projekt nicht erneut juristisch angegriffen und weiter verzögert werden.
Nach Informationen aus dem Stadtrat wurden in Nürnberg bereits 95.000 Briefwahlstimmen abgegeben. Insgesamt gingen 380.000 Stimmzettel an die Wahlberechtigten. Damit zeichnet sich für den Bürgerentscheid eine ungewöhnlich hohe Beteiligung ab.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion