Hamburg

Brisante «Zeit»-Aufnahmen: Gericht greift nicht ein

Block-Aufnahmen beschlagnahmt: Die «Zeit» wehrt sich – jetzt reagiert das Hamburger Landgericht überraschend.

22.10.2026, 11:38 Uhr

Gericht stoppt vorerst Auswertung von «Zeit»-Aufnahmen im Block-Verfahren

Das Landgericht Hamburg wird die bei einer Journalistin der «Zeit» beschlagnahmten Interview-Mitschnitte mit den Block-Kindern zunächst nicht prüfen. Wie die Pressestelle des Gerichts mitteilte, ordnete die zuständige Strafkammer am Mittwoch an, dass die Tondateien vorerst unangetastet bleiben.

Hintergrund ist eine Beschwerde der Journalistin und des «Zeit»-Verlags gegen die Sicherstellung des Materials. Der Beschluss sei auf deren Antrag hin ergangen.

Bereits am 12. Oktober hatte das Landgericht die Sicherstellung der Aufnahmen veranlasst. Nachdem Durchsuchungen in der Redaktion und in der Wohnung der Reporterin in Aussicht gestellt worden waren, übergab die Journalistin die Mitschnitte. Nach Angaben der «Zeit» waren diese zuvor versiegelt worden.

Öffentlich bekannt wurde die Existenz der Aufnahmen durch den Ende September veröffentlichten Podcast «Zeit Verbrechen: House of Block». Darin sind laut einer Gerichtssprecherin Gesprächsausschnitte zu hören, die die Journalistin zwei Wochen nach der Entführung der beiden Kinder von Christina Block aus Dänemark mit der Familie des Vaters aufgenommen hatte.

Vor dem Landgericht Hamburg läuft seit Juli 2025 ein Strafprozess gegen Christina Block und sechs weitere Beschuldigte. Die Unternehmerin weist den Vorwurf zurück, eine israelische Sicherheitsfirma mit der Rückholung ihrer Kinder beauftragt zu haben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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