In einer Außenstelle der Kreisverwaltung in Finsterwalde im Süden Brandenburgs soll ein 35 Jahre alter Deutscher am Morgen eine Mitarbeiterin des Jugendamts bedroht und beleidigt und anschließend ein Feuer gelegt haben. Vier Menschen kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Die Kreisverwaltung sprach von insgesamt fünf Verletzten. Das Motiv des Angriffs ist nach Angaben der Polizei weiterhin unklar.
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln inzwischen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. Der Tatverdächtige wurde laut Polizei außerhalb des Gebäudes festgenommen. Kriminaltechniker sicherten am Tatort Spuren, zudem wurden Zeugen vernommen.
Nach dpa-Informationen wollte der Mann mit einer Mitarbeiterin über einen Fall sprechen. Nach Angaben des Landkreises ging es dabei um Jugendbelange. Die Polizei erklärte, der Mann habe die Behörde kurz nach 8.00 Uhr betreten. Zunächst bedrohte und beleidigte er eine Sachbearbeiterin, ehe es in einem Büro zu dem Brand kam.
Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen. Allerdings entstand eine erhebliche Rauchentwicklung. Rund 20 bis 30 Menschen mussten das Gebäude verlassen und wurden betreut. Auch die Notfallseelsorge war im Einsatz.
Ein Sprecher der Kreisverwaltung sagte, nach ersten Erkenntnissen habe der Verdächtige vermutlich einen Brandsatz dabeigehabt. Außerdem sei eine Flüssigkeit in Flammen aufgegangen. Wie genau das Feuer ausgelöst wurde, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Weitere Angaben, etwa zum Wohnort des Verdächtigen, machte die Polizei zunächst nicht.
Aus dem Landratsamt Elbe-Elster hieß es, kein Grund und keine Entscheidung rechtfertigten einen solchen Angriff auf Menschenleben. Dezernent und Kämmerer Roland Neumann, zugleich stellvertretender Landrat, erklärte, der Vorfall habe die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die gesamte Kreisverwaltung tief getroffen.
Das Gebäude bleibt für weitere Untersuchungen vorerst geschlossen. Der Dienstbetrieb am Standort Finsterwalde wurde vollständig eingestellt. Wann die Außenstelle wieder für den Besucherverkehr öffnen kann, hängt nach Angaben der Verwaltung von den laufenden Untersuchungen und der Bewertung der Schäden ab. Die Beschäftigten sollen psychologisch betreut werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber