Berlin

Eklat ums Schwimm-Event: Senator schlägt Alarm

Drohungen, Rassismus, Absage: Warum ein Berliner Schwimm-Event plötzlich platzte – und wie Senator Evers jetzt reagiert.

14.08.2026, 18:40 Uhr

Berlins Kultursenator Stefan Evers (CDU) hat die Anfeindungen gegen die Volksbühne im Zusammenhang mit einer inzwischen gestrichenen Veranstaltung des Vereins Each One Teach One (Eoto) scharf verurteilt. Dem „Tagesspiegel“ sagte er, Drohungen gegen ein Kunstprojekt seien ebenso wenig hinnehmbar wie Einschüchterungen gegenüber kritischen Stimmen. Berlin müsse für alle Menschen ein sicherer Ort sein – unabhängig von Herkunft, Aussehen, sexueller Orientierung, Glauben oder Meinung.

Hintergrund sind teils rassistische Debatten und Drohungen rund um eine für heute geplante Aktion im vor der Volksbühne aufgebauten „Volksbad“. Dort sollten ausschließlich Mitglieder der schwarzen Community, vor allem Kinder und Jugendliche, schwimmen können. Die Volksbühne und Eoto sagten die Veranstaltung jedoch ab, weil nach eigenen Angaben weder eine sichere An- und Abreise der angemeldeten Gäste noch ein unbeschwerter Ferientag gewährleistet werden könne.

Evers betonte zudem, Kunst solle Debatten auslösen und dürfe auch provozieren. Widerspruch, Kritik und harte inhaltliche Auseinandersetzungen seien Teil einer freien Gesellschaft. Grenzen würden jedoch dort überschritten, wo Drohungen, Einschüchterung oder Gewalt ins Spiel kämen.

Auch aus der Berliner Politik kam deutliche Kritik an der Absage. Vertreter von Linken und Grünen nannten den Vorgang aus Sicherheitsgründen „unerträglich“. Die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, erklärte laut dpa, der Ausfall des gemeinsamen Schwimmens für schwarze Kinder und Jugendliche zeige, wie stark Hass und Hetze zugenommen hätten. Der Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sprach von einem „Skandal“.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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