Ein US-Bürger, der sich mit dem Ebola-Virus infiziert hat, wird auf der Sonderisolierstation der Berliner Charité medizinisch versorgt. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurde der Mann vollständig isoliert aufgenommen. Er hatte sich bei einem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo angesteckt.
Die Vereinigten Staaten hatten Deutschland um Unterstützung gebeten. Als Grund nannte das Ministerium unter anderem die kürzere Flugzeit. Der Erkrankte wurde aus Uganda mit einem Spezialflugzeug für hochinfektiöse Patienten nach Berlin gebracht.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärte, für die Bundesregierung sei es selbstverständlich, internationale Partner in einer solchen Lage zu unterstützen. Deutschland verfüge über ein leistungsfähiges medizinisches Netzwerk, das auch die Behandlung von Menschen mit hochgefährlichen Infektionskrankheiten ermögliche. Den Beteiligten dankte sie für den aufwendigen Transport sowie für die medizinische und pflegerische Betreuung in der Charité.
Vom Flughafen aus wurde der Patient in einem eigens ausgestatteten Spezialfahrzeug weiter zur Charité transportiert. Der Konvoi wurde von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften begleitet. In der Nacht traf das Fahrzeug am Krankenhaus ein.
Keine Gefahr für Bevölkerung und Klinikbetrieb
Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums besteht weder für die Bevölkerung noch für andere Patientinnen und Patienten der Charité Gefahr. Die Sonderisolierstation am Campus Virchow-Klinikum ist vollständig vom normalen Klinikbetrieb getrennt. Dadurch ist jeder Kontakt mit anderen Menschen im Krankenhaus ausgeschlossen.
Auch bei möglicherweise kontaminierten Materialien gelten demnach höchste Sicherheitsstandards. Das Abwasser der Station wird in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert. Benutzte Schutzanzüge und weiterer Abfall werden von einem spezialisierten Unternehmen entsorgt. Zudem wird die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen gelangt.
Warum die Charité ausgewählt wurde
Die Sonderisolierstation der Charité ist laut Ministerium die größte Einrichtung dieser Art in Deutschland. Sie ist zudem die einzige Station, die Infektiologie und Intensivmedizin unmittelbar miteinander verbindet. Das Personal trainiert dort zweimal im Monat Abläufe und Notfallszenarien.
Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich um eine in sich geschlossene Einheit, in der bis zu 20 Personen gleichzeitig isoliert werden können, ohne den übrigen Krankenhausbetrieb zu beeinträchtigen.
Behandlung hängt vom Zustand des Patienten ab
Welche Therapie nötig ist, richtet sich nach dem Gesundheitszustand des Patienten bei der Aufnahme. Deshalb beginnt zunächst eine umfassende Untersuchung und Diagnostik. Als Vorteil gilt dabei die Nähe zum Robert Koch-Institut. In einem Speziallabor können unter anderem komplexe Blutuntersuchungen vorgenommen werden.
Besonders wichtig ist nach Ministeriumsangaben, dass der Patient unter höchsten Schutzvorkehrungen auch intensivmedizinisch behandelt werden kann. Das verbessert die Überlebenschancen deutlich. Dank neuer Behandlungsmethoden und Medikamente ist die Sterblichkeit bei Ebola demnach von ursprünglich rund 60 Prozent auf heute etwa 20 bis 30 Prozent gesunken.
So verläuft eine Ebola-Infektion
Ebola ist eine schwere und oft lebensgefährliche Infektionskrankheit. Das Virus wird in der Regel durch direkten Kontakt mit erkrankten Menschen oder deren Körperflüssigkeiten übertragen.
Nach Einschätzung von Fachleuten beginnt die Erkrankung häufig mit Symptomen, die zunächst an eine Grippe oder eine Durchfallerkrankung erinnern. Im weiteren Verlauf kann sich der Zustand jedoch stark verschlechtern. In vielen schweren Fällen führt die Krankheit schließlich zu Multiorganversagen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion