Großer Empfang für Arda Saatçi in Berlin
Nach seinem rund 600 Kilometer langen Lauf durch die kalifornische Hitze ist Ultra-Athlet Arda Saatçi in Berlin begeistert empfangen worden. Vor dem Flughafen BER warteten hunderte Menschen auf den 28-Jährigen, darunter vor allem viele junge Fans. Saatçi zeigte sich bei seiner Ankunft bewegt: Er sei „völlig stolz und glücklich“. Zunächst freue er sich aber vor allem auf eines: „Als Erstes werde ich einen schönen Döner essen.“
Lauf wurde in sozialen Netzwerken zum Phänomen
Der Extremlauf des Berliners im US-Bundesstaat Kalifornien hatte in den vergangenen Tagen enorme Aufmerksamkeit in den sozialen Medien ausgelöst. Den Zieleinlauf verfolgten hunderttausende Menschen per Livestream. Auch zahlreiche bekannte Influencer reagierten mit Bewunderung auf die Leistung des 28-Jährigen. Noch Tage später teilten viele Nutzer Glückwünsche und weitere Reaktionen im Netz. Wegen des großen Andrangs bei seiner Ankunft mussten zig Polizeibeamte und Ordner für Sicherheit sorgen.
Gedränge am BER
Unter lauten „Arda, Arda“-Rufen nahm sich Saatçi am Flughafen viel Zeit für Fotos und Begegnungen mit seinen Fans. Dabei kam es an den Absperrungen teils zu tumultartigen Szenen. Einige junge Besucher gerieten durch das Gedränge an ihre Grenzen und mussten von Ordnern aus der Menge gebracht werden. Saatçi selbst appellierte an die Anwesenden: „Hört auf zu drücken. Wir wollen alle gesund nach Hause kommen.“
Der sonst eher zurückhaltende Berliner beschrieb den Empfang als „surreal“. Nach den Strapazen wirkte er erschöpft und kündigte an, sich zunächst etwas Ruhe zu gönnen. Lange werde die Pause aber wohl nicht dauern: „Spätestens übermorgen“ wolle er wieder die Laufschuhe schnüren. Dann stehe auch bald wieder Krafttraining auf dem Programm. Sein Fazit: „Es geht immer irgendwie weiter.“ Zudem wolle er die vier Kilogramm, die er während des Laufs verloren habe, schnell wieder zulegen.
Bemerkenswert: Saatçi ist auch abseits solcher Extrem-Challenges für enorme Umfänge bekannt und legt in seinem Berliner Kiez teils sogar 100 Kilometer joggend zurück.
96-Stunden-Marke verpasst, aber ins Ziel gekommen
Sein ursprüngliches Ziel, die Strecke in 96 Stunden zu bewältigen, erreichte Saatçi nicht. Dennoch brachte er den Lauf erfolgreich zu Ende. Für die Route vom Badwater Basin im Death Valley bis zum Santa Monica Pier nahe Los Angeles benötigte er am Ende rund 123 Stunden.
Als die angestrebte Zielzeit am Samstag verstrichen war, hatte der Läufer bereits gut 458 Kilometer geschafft. In diesem Moment zeigte er sich zwar enttäuscht, zugleich aber kämpferisch. Während er weiterging, machte er klar, dass er die Herausforderung auf jeden Fall beenden werde. Im Ziel warte schließlich seine Mutter auf ihn. Ihr habe er versprochen, am Muttertag gemeinsam ein Eis zu essen. „Das Versprechen werde ich auch halten.“
Versprechen zum Muttertag eingehalten
Wie im Livestream zu sehen war, verlängerte sich die Strecke durch Umwege am Ende auf 604,5 Kilometer. Trotz Schlafmangel und Schmerzen lief Saatçi kurz vor dem Ziel zeitweise noch in einem Tempo von etwa sechs Minuten pro Kilometer. Im Durchschnitt war er mit mehr als zwölf Minuten pro Kilometer unterwegs.
Immer wieder standen Unterstützer am Wegesrand, feuerten ihn an und spendeten Motivation. Einige begleiteten den Berliner sogar ein Stück auf seinem Weg. Nach dem Zieleinlauf hielt der völlig entkräftete 28-Jährige noch eine kurze Ansprache. Sein Versprechen an die Mutter löste er ein – danach holte er erst einmal ausgiebig Schlaf nach.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion