Mariä Himmelfahrt spaltet Bayern am 15. August
Während manche Menschen in Bayern am kommenden Samstag frei haben, müssen andere ganz normal arbeiten: Mariä Himmelfahrt ist nur dort ein gesetzlicher Feiertag, wo mehr Katholiken als Protestanten leben. In Gemeinden mit evangelischer Mehrheit bleibt der 15. August hingegen ein gewöhnlicher Samstag – inklusive geöffneter Geschäfte.
Nach Einschätzung des Handelsverbands Bayern kommt die diesjährige Konstellation dem Einzelhandel in Orten ohne Feiertag besonders entgegen. Samstage gelten im Handel traditionell als umsatzstärkster Tag der Woche.
Einkaufsausflüge in Städte ohne Feiertag
Seit Jahren nutzen viele Menschen aus katholisch geprägten Regionen wie der Oberpfalz den Tag für einen Ausflug in Städte wie Nürnberg oder Bayreuth, wo die Läden geöffnet sind. Dort wird dann nicht nur eingekauft, sondern auch gebummelt, gegessen oder Kaffee getrunken.
Die Hoffnung des Handels richtet sich nun auch auf das Wetter: Es sollte weder zu heiß sein noch regnen. Dann dürften sich besonders viele Besucherinnen und Besucher in den Innenstädten einfinden.
In welchen Kommunen der 15. August frei ist
Wer an Mariä Himmelfahrt frei hat, regelt in Bayern das Feiertagsgesetz. Maßgeblich sind die Ergebnisse des Zensus. Gemeinden mit protestantischer Mehrheit finden sich ausschließlich in Nordbayern.
Durch aktualisierte Bevölkerungszahlen hat sich der Status einiger Orte zuletzt verändert: Sechs Gemeinden, in denen der 15. August bislang kein Feiertag war, haben ihn ab 2025 neu erhalten. Zwei andere Kommunen haben den Feiertagsstatus verloren.

Nach Angaben des Landesamts für Statistik ist der 15. August inzwischen in 1708 bayerischen Kommunen ein Feiertag, in 348 dagegen nicht. Über eine Datenbank des Landesamts lässt sich der Status der jeweiligen Gemeinde nachschlagen.
Bedeutendes Marienfest mit langer Tradition
In Südbayern ist Mariä Himmelfahrt flächendeckend ein gesetzlicher Feiertag. Gerade dort wird der Tag von zahlreichen Bräuchen begleitet. In katholischen Gottesdiensten werden traditionell Kräuterbüschel gesegnet, wie das Erzbistum München und Freising mitteilt.
Mariä Himmelfahrt gehört zu den wichtigsten Marienfesten der katholischen Kirche. Offiziell trägt es den Namen Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel.
Ursprung reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück
Das Fest wird bereits seit dem 5. Jahrhundert begangen. Eine direkte biblische Grundlage gibt es zwar nicht, doch zahlreiche Überlieferungen erzählen davon, dass Maria, die Mutter Jesu, nach ihrem Tod mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden sei.
Papst Pius XII. erhob diese Glaubensvorstellung im Jahr 1950 zum Dogma und machte sie damit zu einem verbindlichen Bestandteil des katholischen Glaubens.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber