Bayern

Warum dieser Feiertag manche Händler jubeln lässt

Hier wird Mariä Himmelfahrt gefeiert, dort zum Shoppen gefahren: Warum Bayern am 15. August so gespalten ist

11.08.2026, 04:00 Uhr

Mariä Himmelfahrt teilt Bayern: Wo am 15. August frei ist – und wo der Handel auf Kundschaft hofft

Während manche Menschen in Bayern am kommenden Samstag, 15. August, frei haben, müssen andere ganz normal arbeiten: Mariä Himmelfahrt ist nur dort ein gesetzlicher Feiertag, wo mehr katholische als evangelische Menschen leben. In Kommunen mit protestantischer Mehrheit bleibt der Tag dagegen ein gewöhnlicher Samstag – mit geöffneten Geschäften.

Nach Einschätzung des Handelsverbands Bayern ist diese Konstellation für den Einzelhandel in Orten ohne Feiertag in diesem Jahr besonders günstig. Bernd Ohlmann vom Verband verweist darauf, dass der Samstag traditionell der wichtigste Einkaufstag der Woche ist.

Einkaufsausflüge nach Nürnberg oder Bayreuth

Seit Jahren nutzen viele Menschen aus katholisch geprägten Regionen wie der Oberpfalz den 15. August für einen Ausflug in Städte wie Nürnberg oder Bayreuth, wo die Läden geöffnet sind. Dort wird dann nicht nur eingekauft, sondern auch gebummelt, gegessen oder Kaffee getrunken.

Die Branche hofft nun zusätzlich auf passendes Wetter: Es sollte weder zu heiß sein noch regnen. Dann dürften sich besonders viele Besucherinnen und Besucher auf den Weg in die Innenstädte mit geöffneten Geschäften machen.

In welchen Kommunen der 15. August ein Feiertag ist

Wer an Mariä Himmelfahrt frei hat, regelt in Bayern das Feiertagsgesetz. Grundlage dafür sind die Ergebnisse des Zensus. Gemeinden mit evangelischer Mehrheit gibt es vor allem in Nordbayern.

Aufgrund neuerer Bevölkerungszahlen hat sich der Status einiger Orte im vergangenen Jahr verändert: Sechs Gemeinden, in denen der 15. August lange kein Feiertag war, haben ihn seit 2025 neu erhalten. Zwei andere Kommunen haben ihren Feiertagsstatus verloren.

Nach Angaben des Landesamts für Statistik ist der 15. August inzwischen in 1.708 bayerischen Kommunen ein Feiertag, in 348 dagegen nicht. Über eine Datenbank des Landesamts lässt sich der Status der eigenen Gemeinde nachschlagen.

Bedeutendes Marienfest mit langer Tradition

Im Süden des Freistaats ist Mariä Himmelfahrt fast überall ein gesetzlicher Feiertag. Gerade dort wird der Tag von vielen Bräuchen begleitet. In katholischen Gottesdiensten werden traditionell zu Sträußen gebundene Kräuter gesegnet, wie das Erzbistum München-Freising mitteilt.

Mariä Himmelfahrt zählt zu den wichtigsten Marienfesten der katholischen Kirche. Offiziell heißt es Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel.

Ursprung reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück

Das Fest wird bereits seit dem 5. Jahrhundert gefeiert. Eine direkte biblische Grundlage gibt es zwar nicht, doch zahlreiche Legenden berichten davon, dass Maria, die Mutter Jesu, nach ihrem Tod leibhaftig in den Himmel aufgenommen worden sein soll.

Papst Pius XII. erhob diese Glaubensvorstellung 1950 mit einem Dogma zu einem verbindlichen Bestandteil des katholischen Glaubens.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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