Waldbrände fordern Feuerwehren in Hessen und Bayern
Mehrere Vegetationsbrände haben erneut zahlreiche Einsatzkräfte beschäftigt. Besonders ein Feuer bei Rodenbach im hessischen Main-Kinzig-Kreis sorgte auch in Bayern für Alarm. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Würzburg unterstützte ein bayerischer Polizeihubschrauber die Löscharbeiten im Nachbarbundesland, zusätzlich war auch ein hessischer Polizeihubschrauber im Einsatz.
Zwischenzeitlich erreichte der Waldbrand nach Angaben der Feuerwehr am Abend den Grenzbereich zwischen Hessen und Bayern. Deshalb rückte auch ein Großaufgebot der Feuerwehren aus dem Landkreis Aschaffenburg aus.
Feuerwehr: Mehrere zehntausend Quadratmeter betroffen
Das Brandgebiet erstreckt sich nach Angaben der Feuerwehr über mehrere zehntausend Quadratmeter. Eine genaue Größe und Ausdehnung ließ sich wegen der dynamischen Lage zunächst noch nicht abschließend bestimmen. Ein Feuerwehrsprecher sprach am Abend von rund 30.000 Quadratmetern. Die Ursache des Feuers war vorerst weiter unklar.
Der Rauch zog zeitweise bis in den Freistaat. Im Stadtgebiet von Alzenau im Landkreis Aschaffenburg wurden Anwohner zunächst gebeten, vorsorglich Fenster und Türen geschlossen zu halten. Diese Warnung wurde laut Feuerwehr später wieder aufgehoben. Über die Warn-App Katwarn hatte die integrierte Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises die Bevölkerung informiert. Die Menschen wurden aufgefordert, das betroffene Gebiet möglichst zu meiden, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten und Zufahrts- sowie Zugangswege für die Einsatzkräfte freizuhalten.
Der Wind erschwerte die Löscharbeiten zusätzlich, weil die Flammen immer wieder aufflammten. Um ausreichend Löschwasser bereitzustellen, wurden im Wald mehrere Löschwasserbehälter als Reserve eingerichtet, die von Tanklöschfahrzeugen fortlaufend befüllt wurden. Problematisch sind zudem tief im Boden sitzende Glutnester, die aufwendig gesucht und gelöscht werden müssen. Hinzu kommen durch das Feuer geschädigte und umsturzgefährdete Bäume, die die Einsatzkräfte zusätzlich gefährden.
Deutlich schneller unter Kontrolle gebracht werden konnte dagegen ein Waldbrand nordöstlich des Schnaittenbacher Ortsteils Holzhammer in der Oberpfalz. Dort standen nach Polizeiangaben mehr als 1.000 Quadratmeter Wald in Flammen. Polizeisprecher Dominik Lehmeier sagte, das Feuer sei zügig gelöscht worden. Derzeit laufen an der Brandstelle noch Nachlöscharbeiten.
Mit Güllefässern gegen die Flammen
Zeitweise war die Lage dort angespannt, weil starker Wind die Flammen anfachte und in Richtung der Ortschaft trieb. Die Feuerwehr konzentrierte sich deshalb zunächst auf diese Front. Unterstützung kam dann von Landwirten, die mit wassergefüllten Güllefässern anrückten. Dadurch konnte der Brand rasch eingedämmt und unter Kontrolle gebracht werden.
Bauern, Bergwacht und THW im Einsatz
Beim Brand in der Oberpfalz waren rund 160 Helfer im Einsatz, darunter etwa 120 Feuerwehrleute. Ein Feuerwehrmann erlitt nach Angaben der Polizei leichte Verletzungen, nachdem er in dem schwierigen Gelände umgeknickt war. Auch Bergwacht und Technisches Hilfswerk waren vor Ort. Mit Quads erkundeten sie schlecht zugängliche Waldwege und versorgten die Einsatzkräfte mit Wasser und Verpflegung.
Erst kurz zuvor war auf dem Johannisberg in der Gemeinde Freudenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach ein weiterer größerer Waldbrand erfolgreich bekämpft worden. Dort brannten etwa 6.000 Quadratmeter Fläche. Auch an dieser Stelle dauerten die Nachlöscharbeiten noch an. Nach Angaben der Einsatzkräfte handelte es sich um einen der größten Waldbrände in Nordbayern in diesem Jahr.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber