Wirtschaft

Mehr als zehn Kunden zahlen für Trumps Posts zuerst

Wer zahlt bis zu 100.000 Dollar im Monat, um Trumps Posts früher zu sehen? Genau diese Branche greift jetzt zu.

11.08.2026, 03:48 Uhr

Truth Social, das Online-Netzwerk von Donald Trump, hat nach Angaben des Unternehmens bereits mehr als zehn zahlende Kunden für einen umstrittenen Premium-Zugang zu Beiträgen des US-Präsidenten gewonnen. Bei den Abnehmern handelt es sich überwiegend um Unternehmen, die auf extrem schnellen Handel an Börsen und Finanzmärkten spezialisiert sind. Wie TMTG-Chef Kevin McGurn in einer Telefonkonferenz sagte, zahlen sie in der Regel zwischen 60.000 und 100.000 US-Dollar pro Monat. Zudem führe die Muttergesellschaft von Truth Social weitere Gespräche, unter anderem mit Interessenten aus dem Bereich Künstliche Intelligenz.

Plattform als direkter Kanal des Präsidenten

Trump nutzt Truth Social regelmäßig, um wichtige politische Botschaften zu veröffentlichen, etwa zu Zöllen oder militärischen Auseinandersetzungen. Wer solche Beiträge früher erhält, kann daraus an den Finanzmärkten womöglich einen Vorteil ziehen. Genau deshalb hat der geplante Verkauf dieses Schnellzugangs unter dem Namen Truth API in den USA teils deutliche Kritik ausgelöst. Auch der hohe Preis von bis zu 100.000 Dollar im Monat sorgte für Diskussionen. Laut Wall Street Journal kann der Betrag bei längeren Vertragslaufzeiten auf 60.000 Dollar sinken.

Kritiker werfen zudem die Frage auf, ob mit diesem Modell der Zugang zu potenziell relevanten Regierungsinformationen teilweise privatisiert wird. Offiziell ist bislang nicht bekannt, um wie viel schneller zahlende Kunden die Beiträge tatsächlich erhalten. Im automatisierten Handel können jedoch bereits minimale Zeitvorsprünge von Sekundenbruchteilen entscheidend sein.

Geringe Einnahmen, hoher Verlust

Für die Trump Media & Technology Group könnte das Angebot zu einer wichtigen neuen Einnahmequelle werden. Zwar stieg der Umsatz des Unternehmens im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 89 Prozent, erreichte aber dennoch nur 1,7 Millionen Dollar. Gleichzeitig belasteten Abschreibungen auf Investments, unter anderem in Digitalwährungen, die Bilanz erheblich. Unter dem Strich verbuchte TMTG einen Verlust von 238,1 Millionen Dollar – nach einem Minus von 20 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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