Russland hat nach ukrainischen Angaben in der Nacht erneut Kiew und weitere Großstädte mit ballistischen Raketen angegriffen. In der südostukrainischen Stadt Saporischschja kamen dabei mindestens fünf Menschen ums Leben, weitere 20 wurden verletzt, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow bei Telegram mitteilte. Ziel der Angriffe seien Industrieanlagen und wichtige Infrastruktur gewesen.
Aus Kiew wurde zunächst ein Verletzter gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram, in der Hauptstadt habe es Explosionen gegeben und die Stadt werde beschossen. Die Bevölkerung rief er dazu auf, in den Schutzräumen zu bleiben. Rettungskräfte seien im Einsatz.
Das Portal Kyiv Independent berichtete von einem weiteren russischen Angriff mit ballistischen Raketen. Zugleich habe die ukrainische Luftwaffe vor Einschlägen in den Regionen Sumy, Charkiw und Tschernihiw gewarnt.
Ukraine fehlt Munition
Nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg fehlen den ukrainischen Streitkräften zunehmend Raketen zur Luftabwehr. Deshalb hat Russland seine Attacken auf Kiew und andere Städte mit ballistischen Raketen zuletzt ausgeweitet. Als besonders wirksam gegen diese wegen ihrer hohen Geschwindigkeit schwer abfangbaren Geschosse gelten die in den USA hergestellten Patriot-Systeme. Die Ukraine verfügt zwar über mehrere dieser Systeme, jedoch nicht über ausreichend Abfangraketen.
In Kiew wächst daher die Sorge, dass weitere ungehinderte Raketenangriffe im kommenden Winter die Energie- und Versorgungsinfrastruktur erneut massiv beschädigen und die Not der Bevölkerung weiter verschärfen könnten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber