Nach ihrer Wahl zur Richterin am Bundesgerichtshof ist für Karin Angerer der nächste Karriereschritt greifbar geworden: Die Präsidentin des Oberlandesgerichts Bamberg gilt nun als aussichtsreiche Kandidatin für die Spitze des höchsten deutschen Gerichts in Zivil- und Strafsachen.
Wie das Bundesjustizministerium am Mittwoch mitteilte, entschied sich der zuständige Richterwahlausschuss für Angerer als neue BGH-Richterin. Insgesamt wurden dabei dreizehn Richterinnen und Richter in ein Bundesgericht gewählt.
Dem Wahlausschuss gehören die fachlich zuständigen Ministerinnen und Minister der 16 Bundesländer sowie 16 vom Bundestag bestimmte Mitglieder an. Nach Angaben des CSU-Politikers und Ausschussmitglieds Thomas Silberhorn wurde Angerer vom bayerischen Justizministerium vorgeschlagen. Die 62-Jährige ist demnach für das Amt der künftigen BGH-Präsidentin vorgesehen. Bevor es dazu kommt, muss jedoch noch das Bundeskabinett zustimmen.
Wechsel von Bamberg nach Karlsruhe möglich
Bayerns Justizminister Georg Eisenreich bezeichnete Angerer als herausragende Juristin mit großer Führungserfahrung. Nach Angaben seines Ministeriums stammt sie aus Würzburg und studierte beziehungsweise absolvierte ihre juristische Ausbildung in Berlin und Hamburg. In ihrer Laufbahn war sie unter anderem bei der Staatsanwaltschaft München tätig, arbeitete im bayerischen Justizministerium und war als Zivilrichterin an Landgerichten sowie am Oberlandesgericht München eingesetzt. Seit September 2023 leitet sie das Oberlandesgericht Bamberg.
Der Bundesgerichtshof mit Sitz in Karlsruhe ist die höchste Instanz in Deutschland für Zivil- und Strafverfahren. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, eine einheitliche Anwendung des Rechts im gesamten Bundesgebiet sicherzustellen. Derzeit steht Bettina Limperg an der Spitze des Gerichts. Ihre Amtszeit endet zum 31. August.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion