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Darum explodiert die Organspende-Registrierung in Norwegen

Seit Mette-Marits Transplantations-Drama bekannt ist, passiert in Norwegen etwas völlig Unerwartetes: Tausende wollen spenden.

10.06.2026, 16:16 Uhr

Viele Menschen in Norwegen verfolgen mit Sorge den Gesundheitszustand von Kronprinzessin Mette-Marit. Seit bekannt wurde, dass die 52-Jährige auf eine Spenderlunge wartet, ist die Zahl der Organspende-Registrierungen deutlich gestiegen. Das geht aus Medienberichten unter Berufung auf die norwegische Stiftung für Organspende hervor.

Innerhalb weniger Tage hätten sich demnach fast 6.000 Menschen über die digitale Gesundheitsplattform als Organspender eingetragen. Zum Vergleich: Im Mai wurden laut Aleksander Sekowski von der Stiftung im Schnitt nur rund 70 Registrierungen pro Tag verzeichnet. Gegenüber dem Sender NRK und der Nachrichtenagentur NTB sprach er von einer außergewöhnlichen Entwicklung.

Ohne Transplantation nur geringe Lebenserwartung

Am Freitag war öffentlich geworden, dass Mette-Marit nun offiziell auf der Warteliste für eine Lungentransplantation steht. Nach Angaben ihres Arztes setzt dies voraus, dass Betroffene ohne ein neues Organ nur noch ungefähr ein Jahr zu leben hätten.

Die Ehefrau von Kronprinz Haakon leidet an Lungenfibrose, einer unheilbaren Erkrankung, bei der das Lungengewebe zunehmend vernarbt. Dadurch fällt das Atmen immer schwerer. Im Alltag ist die Kronprinzessin inzwischen auf ein Sauerstoffgerät angewiesen.

Nach Angaben der Stiftung warten derzeit in Norwegen rund 600 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderorgan. Für Lungentransplantationen sei die Warteliste aktuell vergleichsweise kurz, erklärte der Lungenfacharzt Are Holm.

In Norwegen gilt grundsätzlich die Widerspruchslösung bei der Organspende. Das bedeutet, dass Verstorbene als Spender gelten, sofern sie zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen haben. Dennoch werden die Angehörigen in die Entscheidung einbezogen und können einer Organentnahme widersprechen. Die Stiftung empfiehlt deshalb, die Familie frühzeitig über die eigene Haltung zur Organspende zu informieren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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