Wirtschaft

Was Auto-Bosse wirklich über Deutschland denken

Deutschland noch nicht verloren? VW, Mercedes und BMW verraten, was jetzt passieren muss, damit Jobs und Werke bleiben.

10.06.2026, 16:09 Uhr

Autobauer sehen weiter Chancen für den Standort Deutschland

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten halten die Spitzen von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW an Deutschland als Industriestandort fest. BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljković sieht sogar die Möglichkeit, Fertigung und Beschäftigung hierzulande künftig wieder auszubauen. Bei einer Veranstaltung von „Auto, Motor und Sport“ in Stuttgart sagte er, Deutschland verfüge über ein belastbares Fundament, auf dem sich auch die Zukunft der Industrie aufbauen lasse.

Nach Einschätzung Nedeljkovićs gibt es in Deutschland zudem eine starke Dynamik bei Start-ups. Viele junge Firmen seien investitionsbereit. Allerdings hapere es häufig daran, Ideen auch in die industrielle Praxis zu überführen. Problematisch sei, wenn innovative Talente ihre Konzepte hier entwickeln, für die Umsetzung aber ins Ausland gehen. Diesem Trend müsse frühzeitig entgegengewirkt werden. Es gehe dabei um Schlüsseltechnologien und letztlich um Arbeitsplätze – möglich sei das jedoch nur mit besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Tempo und Kosten im Fokus

Volkswagen-Chef Oliver Blume erklärte, ihn beschäftigten vor allem zwei Themen täglich: Geschwindigkeit und Kosten. Beides sei für die gesamte Branche entscheidend. Im internationalen Vergleich werde deutlich, dass andere Regionen in manchen Punkten bereits weiter seien. Blume forderte deshalb, alte Gewohnheiten abzulegen und deutlich schneller sowie pragmatischer zu handeln. Gleichzeitig müsse man auch bei heiklen, aber notwendigen Kostenfragen ansetzen, um Deutschland wettbewerbsfähig zu halten.

Auto Branchenveranstaltung Motor Presse Stuttgart
Mercedes-Chef Källenius : «Wir müssen auch in diesem Land die Kosten senken». Quelle: Bernd Weißbrod/dpa

Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius schloss sich dieser Einschätzung an. Die Autoindustrie verfüge zwar über enorme Innovationskraft und Kreativität. Dennoch müsse auch in Deutschland das Kostenniveau sinken. Dieses Bewusstsein sei in der Branche vorhanden, nun müsse es auch in Politik und Gesellschaft ankommen. Aus seiner Sicht sind entschlossene Maßnahmen nötig. Andernfalls könnte industrielles Kapital verstärkt in andere Regionen abwandern – auch Investitionen von Mercedes.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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