Baden-Württemberg

Sabotage-Verdacht: Bahn-Kabel attackiert

Sabotage nahe Stuttgart? Zerschnittene Kabel stören Bahn und Netz – jetzt setzt die Polizei auf entscheidende Hinweise.

25.08.2026, 09:15 Uhr

Nach Kabelschaden bei Backnang: Züge fahren wieder weitgehend pünktlich

Nahe Backnang haben Unbekannte mehrere Leitungen an einer Bahntrasse beschädigt. Nach Angaben der Polizei führte der Vorfall zu Datenausfällen sowie zu Einschränkungen im Zugverkehr. Auch die Internet- und Telefonversorgung in Teilen der rund 38.000 Einwohner zählenden Stadt nordöstlich von Stuttgart war beeinträchtigt. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts auf Sabotage.

Betroffen war die Strecke zwischen Backnang und dem Stadtteil Maubach im Rems-Murr-Kreis. Inzwischen ist der Abschnitt nach Angaben der Bahn wieder frei, die Züge fahren dort weitgehend pünktlich. Gesperrt war die Strecke lediglich in der Nacht von Sonntag auf Montag, etwa von Mitternacht bis 3.30 Uhr, damit die beschädigten Kabel in einem Betonschacht repariert werden konnten.

Der Schacht unter einer Brücke liegt laut Polizei nur schwer zugänglich in einem abgelegenen Bereich am Stadtrand. Über eine steile Böschung gelangt man dorthin. Die Kabel verlaufen unter der Brücke hindurch und anschließend noch einige Meter entlang der Bahnstrecke. Dort sollen die Täter mehrere Leitungen mit Werkzeug durchtrennt haben.

Die Ermittler gehen von einer mutwilligen Tat aus. Nach ersten Erkenntnissen deuten laut Polizei sowohl das Schadensbild als auch die Spurenlage vor Ort auf eine absichtliche Beschädigung hin. Ein Unfall bei Bauarbeiten gilt weiterhin als eher unwahrscheinlich. Nach Einschätzung eines Polizeisprechers sieht der Schaden nicht nach einem Versehen mit einem Bagger aus, sondern nach einem gezielten Durchtrennen. Zudem gab es nach Angaben einer Bahnsprecherin auf dem betroffenen Streckenabschnitt keine Bauarbeiten.

Die Deutsche Bahn wurde nach eigenen Angaben am Sonntag durch eine Fehlermeldung auf den Schaden aufmerksam. Die beschädigten Kabel lösten eine sogenannte Rotausleuchtung aus. Dieses Signal zeigt an, dass ein Gleisabschnitt oder eine Weiche als besetzt oder blockiert gemeldet wird – auch wenn sich dort tatsächlich kein Zug befindet.

Wie viele Züge konkret betroffen waren und wie lange die Störungen insgesamt anhielten, war zunächst nicht bekannt. Auch zu möglichen Motiven der Täter lagen anfangs keine Informationen vor.

Die Fachinspektion Staatsschutz sicherte an dem Schacht nach Angaben der Polizei Werkzeugspuren und mögliche DNA-Spuren.

Nun werden Zeugen gesucht. Besonders wichtig sind Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen auf den Feld- und Wanderwegen in der Umgebung des Betonschachts. Die Polizei bittet außerdem um Informationen zu möglichen Arbeitern oder anderen Personen, die dort mit Werkzeug aufgefallen sein könnten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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