Wirtschaft

Eklat mit Kanada: Trump will Lake Ontario umtaufen

Mitten im Streit mit Kanada zündet Trump die nächste Provokation – und will plötzlich einen der Großen Seen umbenennen.

25.08.2026, 14:54 Uhr

Im eskalierenden Zollstreit mit den USA hat Kanada nun offiziell Vergeltungszölle von bis zu 50 Prozent auf Importe aus dem Nachbarland verhängt. Wie Finanzminister François-Philippe Champagne erklärte, treten die Aufschläge am 8. September in Kraft und betreffen US-Waren im Wert von 27,6 Milliarden Dollar. Je nach Produkt sollen 15, 25 oder 50 Prozent fällig werden.

Nach Angaben der kanadischen Regierung soll jeder neue Zollsatz so ausgestaltet sein, dass er dem entsprechenden amerikanischen Zoll auf vergleichbare kanadische Produkte entspricht.

Die Gegenmaßnahmen zielen laut Champagne besonders auf Waren aus den Bereichen Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik.

Die jüngste Zuspitzung folgte auf das Scheitern der Handelsgespräche zwischen Washington und Ottawa Ende vergangener Woche. Die USA hatten am Wochenende 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren im Umfang von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt. Betroffen sind unter anderem Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein. Premierminister Mark Carney hatte daraufhin Gegenmaßnahmen angekündigt, die nun konkret ausformuliert wurden.

Zusätzlichen Druck machte US-Präsident Donald Trump mit der Drohung, die Importabgaben auf Autos, große und kleine Lastwagen, Autoteile und Stahl ab dem 1. Januar 2027 auf 50 Prozent anzuheben. Aus Sicht Washingtons könnten Unternehmen solche Zölle umgehen, wenn sie ihre Produktion in die USA verlagern. Für Kanada wäre das besonders heikel: 85 Prozent aller 2024 aus Kanada exportierten Autos gingen in die Vereinigten Staaten.

Nach kanadischen Angaben erheben die USA bereits jetzt auf Grundlage von Abschnitt 232 des „Trade Expansion Act“ von 1962 Zölle von 25 Prozent auf importierte Autos, Lastwagen und entsprechende Teile. Hinzu kommen Importabgaben von 10 bis 50 Prozent auf Stahl, Aluminium und Kupfer.

Kanada will nicht untätig bleiben

Kanadas Handelsminister Dominic LeBlanc machte deutlich, dass Ottawa zwar weiter auf eine Verhandlungslösung setzt, sich aber nicht auf bloßes Warten auf neue Signale aus Washington beschränken will. Die bevorzugte Lösung bleibe ein Abkommen, das beiden Ländern zugutekomme.

Premierminister Carney sagte am Montag, in den Gesprächen sei klar geworden, dass die USA kanadische Schlüsselindustrien wie die Automobil-, Stahl- und Aluminiumbranche „zerstören“ wollten. Trump rechtfertigt seine Zollpolitik hingegen seit Längerem mit dem Vorwurf, Kanada nutze die Vereinigten Staaten wirtschaftlich aus. Nach Daten des US-Zensus ist Kanada weiterhin der zweitgrößte Handelspartner der USA.

Besonders eng verflochten sind beide Länder im Energiesektor. Kanada ist mit großem Abstand der wichtigste ausländische Lieferant von Rohöl für die Vereinigten Staaten. Auch Erdgas und Strom fließen in großem Umfang über die gemeinsame Grenze. Auf beiden Seiten hängen Millionen Arbeitsplätze von diesem Handel ab.

Zeitgleich mit den Vergeltungszöllen kündigte die Regierung in Ottawa Unterstützungsmaßnahmen für betroffene kanadische Industrien in Höhe von 7,5 Milliarden kanadischen Dollar an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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