Bregenzer Festspiele erzielen Rekord zum 80. Jubiläum
Die Bregenzer Festspiele haben ihre 80. Spielzeit mit einem neuen Höchstwert abgeschlossen. Nach Angaben des Festivals besuchten in diesem Jahr rund 275.000 Menschen die Veranstaltungen am Bodensee – mehr als jemals zuvor seit der Gründung im Jahr 1946.
Innerhalb von fünf Festivalwochen standen bis Sonntag 80 Programmpunkte auf dem Spielplan. Als größter Publikumsmagnet erwies sich Verdis „La traviata“ auf der Seebühne: Sämtliche 28 Aufführungen waren ausverkauft und zogen zusammen 193.474 Besucherinnen und Besucher an. Im Mittelpunkt der Oper steht Violetta, die zwischen persönlicher Liebe und gesellschaftlichem Druck steht.
Für die Produktion wurde ein gewaltiges Bühnenbild geschaffen: Eine zerbrochen wirkende Spiegelkonstruktion mit rund 700 Quadratmetern Fläche aus 86 Einzelteilen prägt die Szenerie. Viele dieser Elemente sind beweglich und werden zugleich als Projektionsflächen genutzt.
Auch das übrige Jubiläumsprogramm fand laut den Festspielen großen Zuspruch. Dazu zählten unter anderem Leoš Janáčeks Oper „Die Ausflüge des Herrn Brouček“, Produktionen des zeitgenössischen Musiktheaters, Schauspiel, Orchester- und Kammerkonzerte sowie Programme für Kinder und Jugendliche.
Besucherreichster Tag der Festivalgeschichte
Ein besonderer Spitzenwert wurde am 1. August erreicht: An diesem Tag kamen etwa 15.000 Gäste – so viele wie noch nie an einem einzelnen Festspieltag.
Auch 2027 bleibt Verdi auf der Seebühne präsent. „La traviata“ wird erneut gezeigt, die Wiederaufnahme ist für den 22. Juli 2027 vorgesehen. Im Festspielhaus startet die kommende Saison bereits am 21. Juli mit Othmar Schoecks selten gespielter Oper „Penthesilea“, basierend auf dem gleichnamigen Trauerspiel von Heinrich von Kleist.

Die Bregenzer Festspiele sind international vor allem für ihre spektakulären Bühnenbilder bekannt. Gespielt wird auf einer Bühne direkt im Bodensee. Sogar im James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“ war die Seebühne 2008 zu sehen. Im selben Jahr diente sie während der Fußball-Europameisterschaft zudem als TV-Studio mit Jürgen Klopp und Johannes B. Kerner.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber