Baden-Württemberg

Bodensee-Hammer: Felchenfang 2027 wieder frei

Felchen zurück im Bodensee: Ab nächstem Jahr dürfen Fischer wieder ran – aber diese neuen harten Regeln ändern alles.

18.06.2026, 15:54 Uhr

Felchenfang im Bodensee ab 2027 wieder erlaubt – mit strengen Vorgaben

Nach einer dreijährigen Pause dürfen Fischer am Bodensee ab 2027 wieder Felchen fangen. Darauf einigten sich die Anrainer Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein bei einer Sitzung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) im bayerischen Wasserburg.

Das Fangverbot war 2024 in weiten Teilen des Bodensees eingeführt worden, nachdem die Felchenbestände innerhalb kurzer Zeit stark zurückgegangen waren. Inzwischen deuten erste Erkenntnisse darauf hin, dass sich die Population langsam erholt.

Damit dieser Trend nicht gefährdet wird, soll der Fang nur unter verschärften Bedingungen wieder aufgenommen werden. Geplant sind weniger Einsatztage, eine geringere Zahl an Netzen sowie größere Maschenweiten. Nach Angaben der IBKF ist der Felchenfang vom 1. Mai bis Ende August erlaubt. Die neue Regelung gilt zunächst bis Ende 2028.

IBKF-Bevollmächtigter Reinhard Reiter aus dem Vorsitzland Bayern betonte, man wolle sehr vorsichtig vorgehen. Bereits im Vorfeld hatten sich Signale abgezeichnet, dass eine begrenzte Wiederzulassung politisch unterstützt wird.

So hatte Baden-Württemberg erklärt, den Fischern am Bodensee solle es wieder möglich sein, zumindest in eingeschränktem Umfang Felchen zu fangen. Auch Bayern verwies zuletzt auf die Bedeutung der traditionsreichen Berufsfischerei in der Region. Rund um den Bodensee sind derzeit noch etwa 49 Berufsfischer tätig.

Felchen gelten als wichtigste traditionelle Fischart des Sees und sind für viele Betriebe wirtschaftlich besonders bedeutsam. Zu den Ursachen für den Rückgang zählten unter anderem Fressfeinde wie der Stichling sowie ein zu knappes Nahrungsangebot. Wissenschaftler hatten allerdings empfohlen, der begonnenen Erholung weiterhin Zeit zu geben, damit sich die Bestände nachhaltig stabilisieren können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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