Baden-Württemberg

Jetzt fällt der Entscheid zum Felchenverbot

Heute fällt die Bodensee-Entscheidung: Darf der Traditionsfisch Felchen bald wieder gefangen und serviert werden?

18.06.2026, 04:00 Uhr

Die Zukunft der Felchenfischerei am Bodensee steht heute im Mittelpunkt einer wichtigen Entscheidung: Vertreter der Anrainerstaaten beraten darüber, ob der beliebte Traditionsfisch nach einer dreijährigen Pause wieder gefangen werden darf. Sollte es grünes Licht geben, könnte Felchen ab 2027 wieder in Restaurants und auf Tellern auftauchen.

Das Fangverbot war 2024 in weiten Teilen des Bodensees eingeführt worden, nachdem die Bestände innerhalb kurzer Zeit massiv zurückgegangen waren. Inzwischen mehren sich jedoch Anzeichen dafür, dass sich die Population langsam stabilisiert.

Beratungen der Anrainerstaaten

Bei der Jahrestagung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) in Wasserburg beraten seit Mittwoch Vertreter aus Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein über das weitere Vorgehen. Die endgültige Entscheidung soll heute fallen.

Aus Baden-Württemberg kamen bereits positive Signale. Das dortige Landwirtschaftsministerium hatte erklärt, dass Berufsfischer am Bodensee wieder in begrenztem Umfang Felchen fangen können sollten. Voraussetzung sei allerdings, dass die beginnende Erholung der Bestände nicht gefährdet werde. Auch Bayern hob zuletzt die Bedeutung der traditionellen Berufsfischerei hervor. Rund um den Bodensee sind derzeit noch etwa 49 Berufsfischer tätig.

Lockerung wohl nur unter strengen Auflagen

Noch ist unklar, wie weit mögliche Erleichterungen reichen könnten. Eine Rückkehr zu den früheren Fangbestimmungen gilt als eher unwahrscheinlich. Stattdessen stehen strengere Regeln im Raum, etwa größere Maschenweiten, eine geringere Zahl an Netzen oder weniger erlaubte Fangtage. Ein Beschluss kann nur einstimmig getroffen werden.

Felchen sind die wichtigste traditionelle Fischart des Bodensees und für viele Fischer wirtschaftlich besonders bedeutend. Zu den Ursachen des starken Rückgangs zählten unter anderem Fressfeinde wie der Stichling sowie ein mangelndes Nahrungsangebot. Fachleute raten deshalb dazu, der positiven Entwicklung noch Zeit zu geben, damit sich die Bestände dauerhaft erholen können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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