Handgeschriebener Zettel führt in Kempten zur Festnahme eines mutmaßlichen Erpressers
Ein 37 Jahre alter Mann hat sich in Kempten mit einem unauffälligen Hilferuf an eine Bankmitarbeiterin offenbar aus einer Erpressungssituation befreit. Nach Angaben der Polizei übergab er der Angestellten heimlich einen handgeschriebenen Zettel mit der Bitte, die Polizei zu verständigen. Die Mitarbeiterin reagierte sofort und alarmierte die Einsatzkräfte.
Als die Beamten in der Bank eintrafen, fanden sie dort neben dem 37-Jährigen auch einen 20 Jahre alten Mann vor. Dieser steht im Verdacht, sein Opfer zuvor in einer Fußgängerunterführung abgefangen, gegen eine Wand gedrückt und mit dem Tod bedroht zu haben. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand verlangte er 800 Euro in bar.
Weil der 37-Jährige den Betrag nicht bei sich hatte, begaben sich beide laut Polizei zunächst in dessen Wohnung. Dort überreichte der Bedrängte dem mutmaßlichen Täter eine Sammlermünze, die jedoch nur einen geringen Wert gehabt haben soll. Da dies offenbar nicht ausreichte, soll der 20-Jährige den Mann anschließend dazu gezwungen haben, das geforderte Geld bei einer Bank abzuheben.
Auf dem Weg dorthin musste das Opfer den Angaben zufolge zu Fuß laufen, während der Verdächtige ihn auf einem E-Scooter begleitet und überwacht haben soll.
In der Bank gelang es dem 37-Jährigen schließlich, mit dem Zettel unbemerkt Hilfe zu holen. Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei Kempten übernommen. Nach aktuellem Stand prüfen die Ermittler einen möglichen Zusammenhang mit Drogenkonsum und illegalem Drogenhandel.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber