Allgemein

Spanien in Flammen: Sánchez drängt auf Klimapakt

Spaniens Mega-Feuer frisst weiter Fläche – doch ausgerechnet jetzt machen die Behörden plötzlich Hoffnung.

22.07.2026, 15:01 Uhr

Der schwere Waldbrand in der spanischen Provinz Guadalajara hat nach Angaben der Behörden inzwischen etwa 32.000 Hektar Fläche vernichtet. Damit zählt er zu den größten Feuern in der jüngeren Geschichte des Landes. Bei einem Besuch im Katastrophengebiet forderte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez einen parteiübergreifenden „Staatspakt gegen den Klimanotstand“. Gleichzeitig zeigten sich die Einsatzkräfte vorsichtig zuversichtlich, den Brand nordöstlich von Madrid in den nächsten Tagen eindämmen zu können.

Sánchez sprach gemeinsam mit dem Regionalpräsidenten von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, mit den Verantwortlichen vor Ort über die aktuelle Entwicklung. García-Page erklärte anschließend, es gebe Grund für vorsichtigen Optimismus. Die Fortschritte bei den Löscharbeiten machten Hoffnung, dass sich die Lage bald stabilisieren könnte. Allerdings könnten stärkere Winde, die für Donnerstag angekündigt sind, den Einsatz erneut erschweren.

Rückkehr in mehrere Orte möglich

Wegen der etwas entspannteren Situation durften die Bewohner von fünf zuvor evakuierten Dörfern am Mittwoch in ihre Häuser zurückkehren. Auch eine Rückkehr der Einwohner von La Mierla, dem Ort, an dem das Feuer ausgebrochen sein soll, wurde im Verlauf des Tages nicht ausgeschlossen. La Mierla liegt rund 70 Kilometer nordöstlich von Madrid. Seit dem Ausbruch des Feuers am vergangenen Donnerstag waren in der Sierra Norte insgesamt 34 Ortschaften geräumt und etwa 1.200 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

Waldbrände in Spanien
Einige der evakuierten Menschen dürfen inzwischen in ihre Häuser zurückkehren. Quelle: Manu Fernandez/AP/dpa

Nach ersten Erkenntnissen wurde der Brand vermutlich durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst. Mit geschätzt 32.000 zerstörten Hektar – das entspricht ungefähr 45.000 Fußballfeldern – ist er inzwischen der zweitgrößte Waldbrand Spaniens seit Beginn der staatlichen Erfassung im Jahr 1968. Noch größer war nur das Feuer von Larouco im Jahr 2025, bei dem in Galicien sowie Kastilien und León im Nordwesten Spaniens knapp 38.000 Hektar zerstört wurden.

In Guadalajara kämpfen weiterhin rund 600 Einsatzkräfte gegen die Flammen, darunter Feuerwehr, Zivilschutz und die militärische Nothilfe-Einheit UME. Unterstützt werden sie nach offiziellen Angaben von fast 30 Löschflugzeugen und Hubschraubern.

Sánchez stellt Hilfen in Aussicht

Sánchez betonte bei seinem Besuch, wissenschaftliche Erkenntnisse ließen keinen Zweifel daran, dass der Klimawandel auch Menschenleben koste. Deshalb müsse der Kampf gegen die Klimakrise über parteipolitische Grenzen hinaus geführt werden. Den betroffenen Gemeinden sagte er zusätzliche staatliche Unterstützung sowie finanzielle Hilfen für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu.

Die außergewöhnlich heftige Waldbrandsaison in Spanien hält damit weiter an. Nach Daten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus sind seit Jahresbeginn bereits rund 123.000 Hektar im ganzen Land verbrannt – fast dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen