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Inferno in Südfrankreich: Hunderte fliehen

Inferno in Südfrankreich: 1.100 Kräfte kämpfen gegen ein Feuer außer Kontrolle – schon Dutzende Häuser beschädigt.

22.07.2026, 10:11 Uhr

Rund 1.100 Feuerwehrleute kämpfen im bergigen Gebiet nordöstlich von Marseille weiter gegen einen schweren Waldbrand. Nach Angaben der Präfektur des Départements Var hat sich das Feuer auf etwa 2.500 Hektar ausgedehnt. Im Einsatz sind zudem Löschflugzeuge, Hubschrauber und rund 350 Fahrzeuge.

Durch die Flammen wurden 30 bis 40 Gebäude beschädigt. Gleichzeitig gelang es den Einsatzkräften, zahlreiche weitere Häuser zu schützen. Schwer verletzte Menschen wurden in dem betroffenen Gebiet bislang nicht gemeldet.

Etwa 500 Bewohner gefährdeter Orte mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. In der Gegend um Cotignac und Pontevès waren zudem hunderte Haushalte ohne Strom. Mehrere Landstraßen wurden vorsorglich gesperrt.

Nach einem Bericht der Regionalzeitung Var-Matin war das Feuer am Dienstagmittag auf einem Feld ausgebrochen und hatte sich danach sehr schnell ausgebreitet.

Der Brand steht exemplarisch für eine insgesamt stark angespannte Lage in Frankreich und Spanien, wo Feuerwehren gegen immer neue Vegetationsbrände im Dauereinsatz sind. Experten verweisen auf anhaltende Trockenheit, große Hitze und starken Wind als zentrale Brandbeschleuniger. In Frankreich kamen dazu bereits drei Hitzewellen, die die Landschaft weiter austrockneten.

In Spanien verschärfte nach Einschätzung von Fachleuten zudem ein ungewöhnlich nasser Winter mit feuchtem Frühjahr die Lage: Gräser, Sträucher und Unterholz wuchsen stark, trockneten später in der Hitze aus und bilden nun leicht entzündliche Biomasse. Diese Entwicklung lässt Brände schneller und auf größeren Flächen vorankommen.

Nach Daten des europäischen Waldbrand-Informationssystems EFFIS sind in Spanien seit Jahresbeginn bereits mehr als 115.000 Hektar verbrannt. In Frankreich wurden im gleichen Zeitraum über 40.000 Hektar Naturfläche zerstört – deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum und auch mehr als im besonders schweren Brandjahr 2022. Präsident Emmanuel Macron sprach zuletzt von den umfangreichsten Waldbränden in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg.

Experten sehen den menschengemachten Klimawandel als wichtigen Faktor. Wetterdienste in Spanien und Frankreich betonen, dass Hitzewellen häufiger und intensiver werden und so die Trockenheit verschärfen. Gleichzeitig spielen laut Behörden in vielen Fällen auch Brandstifter eine Rolle: In Frankreich wurden landesweit in diesem Jahr bereits 111 Menschen wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen.

Bei den Bränden in Frankreich gab es unter der Bevölkerung bislang keine Todesopfer. Allerdings kamen im Einsatz landesweit bereits drei Feuerwehrleute ums Leben. In Spanien starben bei einem Großbrand in der Provinz Almería 13 Menschen, mehrere weitere wurden verletzt.

Frankreich setzt neben der Brandbekämpfung stärker auf Prävention, etwa durch das Entfernen von trockenem Unterholz. Zugleich soll auch die technische Ausstattung ausgebaut werden: Geplant ist unter anderem, ein Militärflugzeug vom Typ A400M zu einem Löschflugzeug umzurüsten, das pro Einsatz große Mengen Wasser abwerfen kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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