Politik

Schon wieder: Nordkorea feuert Marschflugkörper ab

Schon wieder Raketen aus Nordkorea: Kim zeigt Stärke – und der neue Test passt in eine beunruhigende Serie.

15.10.2026, 04:15 Uhr

Nordkorea hat nach eigenen Angaben nur wenige Tage nach einem Test ballistischer Raketen erneut Waffensysteme erprobt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag berichtete, feuerte die Raketenbehörde des Landes am Mittwoch zwei verschiedene strategische Marschflugkörper ab. Dabei soll es sich um Systeme gehandelt haben, die von U-Booten gestartet werden können.

Laut KCNA sollte der Test die Einsatzbereitschaft der Unterwasser-Kampfsysteme überprüfen, die Marine schulen und die Fähigkeit zur Kriegsabschreckung demonstrieren. Nordkorea hatte seine Seestreitkräfte zuletzt deutlich ausgebaut. Anfang September stellte das Land mit der „Kang Kon“ seinen zweiten modernen Zerstörer in Dienst.

Weiterer Test binnen weniger Tage

In den vergangenen Wochen hatte Pjöngjang wiederholt Raketentests vorgenommen. Zuletzt war nach nordkoreanischen Angaben am Montag eine taktische ballistische Rakete getestet worden. Japan und Südkorea berichteten damals von mehreren Geschossen, die aus dem Raum der Hauptstadt Pjöngjang gestartet worden seien und rund 900 Kilometer in Richtung des Japanischen Meeres, in Korea auch Ostmeer genannt, geflogen seien.

Nordkorea ist durch Beschlüsse der Vereinten Nationen daran gehindert, ballistische Raketen jeglicher Reichweite zu starten. Solche Systeme können je nach Bauart auch mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden.

Waffenschau bei Museumseröffnung

Zuletzt hatte Machthaber Kim Jong Un ein Museum für nationale Verteidigungsrevolution eingeweiht. Auf veröffentlichten Fotos war auch seine Tochter zu sehen, die der südkoreanische Geheimdienst NIS für seine mögliche politische Nachfolgerin hält. In den vergangenen Monaten war sie wiederholt bei offiziellen Terminen an der Seite ihres Vaters aufgetreten. Nach Aufnahmen eröffnete Kim das Museum zudem gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter.

Weitere Bilder aus dem Museum zeigten verschiedene ausgestellte Raketentypen. Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap war darunter auch die Interkontinentalrakete „Hwasong 20“, der zugetraut wird, das US-Festland erreichen zu können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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