Wirtschaft

BIHK: Hat die Wirtschaft die Wende geschafft?

Leichte Erholung, aber kein echter Boom: Warum Bayerns Wirtschaft trotz besserer Stimmung weiter auf Investitionen wartet.

15.10.2026, 11:00 Uhr

Bayerns Wirtschaft hellt sich leicht auf

Die Wirtschaft in Bayern zeigt sich im Herbst etwas zuversichtlicher. Der Konjunkturindex des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) stieg um vier Zähler auf 105 Punkte. Damit bleibt er jedoch weiterhin deutlich unter dem langjährigen Mittel von 111 Punkten. Grundlage der Auswertung ist eine Umfrage unter IHK-Mitgliedsunternehmen, an der sich mehr als 3.000 Betriebe beteiligt haben.

BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl sieht darin ein Zeichen, dass der Tiefpunkt wohl erreicht ist. Für einen echten Aufschwung reiche das aber noch nicht. Nach seiner Einschätzung fehlen weiterhin strukturelle Reformen und Investitionsimpulse, um die Wirtschaft dauerhaft in Schwung zu bringen.

Vor allem die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen günstiger eingeschätzt. Der entsprechende Saldo liegt bei plus 14 Punkten. Das heißt: Der Anteil positiver Rückmeldungen übertrifft den der negativen um 14 Prozentpunkte. Bei den Erwartungen für die kommenden Monate dominiert mit minus 3 zwar noch Skepsis, doch auch hier zeigt der Trend nach oben.

Investitionen bleiben aus

BIHK-Präsident Peter Inselkammer warnt jedoch davor, die leichte Verbesserung zu überschätzen. Zwar nähmen viele Unternehmen einen gewissen Rückenwind wahr, zugleich werde aber zu wenig investiert. Das sei ein problematisches Signal für den Wirtschaftsstandort. Als Belastungen nennt er insbesondere hohe Arbeitskosten, steigende Energiepreise und wachsende Regulierung.

Bei den größten Risiken für die kommenden zwölf Monate steht aus Sicht der Unternehmen die Wirtschaftspolitik klar an erster Stelle. 66 Prozent nannten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Risiko – so viele wie nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2012. Dahinter folgen Energie- und Rohstoffkosten, die Inlandsnachfrage sowie die Arbeitskosten mit Werten zwischen 56 und 60 Prozent. Bei diesen Risiken gingen die Nennungen allerdings zuletzt zurück. Das gilt auch für den Fachkräftemangel, der nur noch von 35 Prozent der Unternehmen genannt wurde – der niedrigste Wert seit Beginn der Umfrage.

Etwas entschärft hat sich laut Erhebung auch der Stellenabbau. Der Saldo zwischen Unternehmen, die Personal aufbauen, und jenen, die Stellen streichen, liegt dennoch weiterhin bei minus 9 und damit klar im negativen Bereich. Insgesamt gaben 23 Prozent der befragten Betriebe an, Arbeitsplätze abzubauen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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