Nordkorea hat nach eigenen Angaben erneut Raketen erprobt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag meldete, feuerte die Raketenbehörde des Landes am Mittwoch zwei verschiedene strategische Marschflugkörper ab. Dabei soll es sich um von U-Booten startbare Systeme gehandelt haben.
Laut KCNA diente der Test dazu, die Einsatzfähigkeit der Unterwasser-Waffensysteme zu überprüfen, die Marine zu trainieren und die Abschreckungsfähigkeit des Landes zu demonstrieren. Nordkorea hatte seine Seestreitkräfte zuletzt weiter modernisiert. Anfang September wurde mit der „Kang Kon“ der zweite moderne Zerstörer in Dienst gestellt.
Erneuter Abschuss innerhalb weniger Tage
In den vergangenen Wochen hatte Pjöngjang wiederholt Raketentests vorgenommen. Erst am Montag war nach nordkoreanischen Angaben eine taktische ballistische Rakete getestet worden. Japan und Südkorea berichteten damals von mehreren Flugkörpern, die aus dem Raum der Hauptstadt Pjöngjang gestartet worden seien und etwa 900 Kilometer in Richtung des Japanischen Meeres, in Korea auch Ostmeer genannt, zurückgelegt hätten.
Nordkorea ist durch Beschlüsse der Vereinten Nationen daran gehindert, ballistische Raketen jeglicher Reichweite zu starten. Solche Systeme können je nach Bauart auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden.
Waffenpräsentation bei Museumseröffnung
Zuletzt eröffnete Machthaber Kim Jong Un ein Museum zur nationalen Verteidigungsrevolution. Auf veröffentlichten Fotos war auch seine Tochter zu sehen, die vom südkoreanischen Geheimdienst NIS als mögliche politische Nachfolgerin eingeschätzt wird. In den vergangenen Monaten war sie wiederholt bei offiziellen Anlässen an der Seite ihres Vaters aufgetreten.
Weitere Bilder aus dem Museum zeigten eine Reihe ausgestellter Raketensysteme. Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap war darunter auch die Interkontinentalrakete „Hwasong 20“, der zugetraut wird, das US-Festland erreichen zu können.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber