Ilse Aigner spricht über schwere Krankheiten und ihr Leben als Single
Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hat in einem Podcast offen über einschneidende gesundheitliche Erfahrungen aus ihrem Leben gesprochen. Dabei ging es unter anderem um eine Krebserkrankung während ihrer Zeit als Bundesministerin sowie um einen Tumor, der ihr schon in jungen Jahren große Probleme bereitete. Auch über ihr Privatleben äußerte sich die 61-Jährige.
In dem Podcast von „Münchner Merkur“ und „tz“ berichtete Aigner, dass bei ihr während ihrer Amtszeit als Agrarministerin im Kabinett von Angela Merkel ein Schilddrüsenkarzinom festgestellt worden sei. Ihrer Einschätzung nach könnte eine erbliche Veranlagung eine Rolle gespielt haben, da auch ihre Schwestern betroffen gewesen seien.
Nach der Diagnose sei sie operiert worden und habe anschließend eine spezielle Strahlentherapie erhalten. Diese erfolge nicht wie eine Chemotherapie, sondern über eine Tablette. Die Behandlung habe eine vollständige Isolation notwendig gemacht. Rückblickend beschrieb Aigner diese Zeit als äußerst belastend. Gleichzeitig habe ihr aber geholfen, dass die Heilungsaussichten sehr gut gewesen seien. Zudem habe es keine Metastasen oder weitere Komplikationen gegeben, weshalb sie die Situation mit Zuversicht angegangen sei.
Tumor im Rücken kurz vor dem 18. Geburtstag
Bereits kurz vor ihrem 18. Geburtstag musste Aigner nach eigenen Angaben eine weitere schwere gesundheitliche Krise bewältigen. Damals sei ein lange unerkannter Tumor in ihrem Rücken entfernt worden. Sie schilderte diese Phase als sehr hart, vor allem wegen der starken Schmerzen.
Teilweise habe sie nicht einmal mehr im Liegen schlafen können und deshalb mit mehreren Kissen am Küchentisch gesessen, um überhaupt etwas Ruhe zu finden. Die Operation sei damals dringend notwendig gewesen. Wie Aigner sagte, habe der Eingriff auch riskant werden können; im schlimmsten Fall habe sogar eine Querschnittslähmung gedroht. Erst im Nachhinein sei ihr das ganze Ausmaß dieser Gefahr wirklich bewusst geworden.
Heute erkläre ihr das vielleicht, warum sie manche Dinge gelassener betrachte. Solche Erfahrungen würden den Blick darauf verändern, was im Leben tatsächlich wichtig sei.
Aigner: „Ich gehe als Single durchs Leben“
Neben den gesundheitlichen Themen sprach Aigner auch über ihre persönliche Lebenssituation. Sie sagte, dass sie derzeit als Single lebe. Zugleich stellte sie klar, dass das für sie weder Einsamkeit noch ein isoliertes Leben bedeute.
Sie sei in einen großen Familienverband eingebunden und lebe in einem Dreigenerationenhaus, in dem immer etwas los sei. Dennoch räumte sie ein, dass es mit ihrer politischen Verantwortung nicht leicht sei, noch einmal ganz neu eine Beziehung aufzubauen. Das verlange auch einem möglichen Partner einiges ab.
Eine neue Partnerschaft schloss Aigner für die Zukunft jedoch nicht aus. Sie sagte, sie habe es immer wieder versucht – mit unterschiedlichem Erfolg.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber