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Laos-Höhle: Experte sieht kaum Hoffnung für Vermisste

Selbst Elite-Taucher kämpfen in Laos ums Durchkommen – fünf Goldsucher hoffen, für zwei Vermisste schwindet die letzte Chance.

29.05.2026, 05:24 Uhr

Erster Goldsucher aus überfluteter Höhle in Laos gerettet – weitere Bergungen laufen, Zustand der Eingeschlossenen belastet

Große Erleichterung in Laos: Der erste von fünf in einer überfluteten Höhle eingeschlossenen Goldsuchern ist in Sicherheit gebracht worden. Nach Angaben der laotischen Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People wurde zuvor so viel Wasser aus dem Höhlensystem gepumpt, dass am Nachmittag Ortszeit eine sichere Bergung möglich war.

Auf von CNN verbreiteten Aufnahmen war am Abend zu sehen, wie der mit Schlamm bedeckte Mann langsam und von Helfern gestützt aus dem Berg kam. Die übrigen vier Männer sollen nun nach und nach ebenfalls aus der Höhle geholt werden.

Die Gruppe sitzt seit zehn Tagen Hunderte Meter vom Eingang entfernt fest. Ausgelöst wurde die Notlage durch heftige Regenfälle, die die Goldmine in der abgelegenen nordlaotischen Provinz Xaisomboun überfluteten und einen Erdrutsch verursachten. Kollegen, denen rechtzeitig die Flucht gelang, hatten Alarm geschlagen.

Bergung unter extremen Bedingungen

Obwohl die fünf Goldsucher bereits am Mittwoch lebend in einer Kammer entdeckt worden waren, konnte die eigentliche Rettung erst deutlich später beginnen. Die Lage galt wegen enger Tunnel, hoher Wasserstände, fast völliger Dunkelheit und akuter Einsturzgefahr als hochriskant.

Vor dem Einsatz hatten die Rettungsteams den Ablauf der Evakuierung nach eigenen Angaben intensiv geübt. Jedes Detail sei durchgespielt worden, um sowohl die Sicherheit der Eingeschlossenen als auch der Taucher zu gewährleisten. Auf veröffentlichten Fotos und Videos war ein Retter zu sehen, der bei einer Probe auf einer eigens entwickelten Trage fixiert wurde. Diese Konstruktion wurde speziell für die extrem schmalen Passagen der Höhle gebaut.

Die ununterbrochenen Pumparbeiten hatten den Wasserstand deutlich gesenkt. Dennoch mussten die Eingeschlossenen offenbar zumindest zeitweise noch durch geflutete Abschnitte gebracht werden. Der malaysische Höhlentaucher Lee Kian Lie sagte CNN, die Männer sollten dabei jeweils das Bein eines voraus schwimmenden Tauchers festhalten, um sicher durch die Tunnel geführt zu werden. Ein beteiligter thailändischer Taucher schrieb in sozialen Netzwerken, der Einsatz sei alles andere als einfach gewesen.

Der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi schilderte die Bedingungen als extrem schwierig: Unter Wasser taste man sich praktisch nur mit Armen und Beinen voran. An manchen Engstellen müssten Taucher sogar ausatmen, um sich überhaupt durch die schmalen Passagen zwängen zu können. Zudem drohen bei neuem Regen weitere Überflutungen oder Einstürze.

Eingeschlossene inzwischen mit gesundheitlichen Problemen

Nach Angaben von Kengkard Bongkawong aus dem thailändischen Rettungsteam zeigen einige der eingeschlossenen Männer inzwischen gesundheitliche Beschwerden. Demnach leiden manche unter Hautproblemen durch die anhaltende Feuchtigkeit, andere unter Darmproblemen, weil sie über längere Zeit nicht zur Toilette konnten.

Trotz der dramatischen Lage galten die fünf Männer nach Einschätzung von Paasi schon vor der Bergung als körperlich und psychisch erstaunlich stabil. Als Bergarbeiter seien sie enge unterirdische Räume gewohnt und hätten keine ausgeprägten Probleme mit Platzangst.

Außerdem hatten sie Nahrung und Wasser bei sich, weil sie ohnehin mehrere Tage in der Mine verbringen wollten. Zuletzt sollen sie jedoch sehr hungrig gewesen sein und erklärt haben, nicht mehr lange durchhalten zu können.

Kaum noch Hoffnung für zwei Vermisste

Parallel zur Rettung der fünf Überlebenden sinken die Chancen, zwei weitere vermisste Goldsucher noch lebend zu finden. Nach Angaben von Paasi haben die Einsatzkräfte inzwischen rund 95 Prozent des Tunnelsystems durchsucht, bisher jedoch keine Spur der beiden Männer entdeckt.

Dem Sender ThaiPBS World sagte Paasi, es gebe nur noch sehr wenige Stellen, an denen überhaupt noch gesucht werden könne. Die Aussichten, die Vermissten lebend zu finden, seien deshalb sehr gering. Die Suche soll dennoch fortgesetzt werden.

Paasi zählt zu den erfahrensten Höhlentauchern der Welt und unterstützt die Koordination des Einsatzes in Laos. Bereits 2018 spielte er bei der spektakulären Rettung eines Jugendfußballteams aus der thailändischen Tham-Luang-Höhle eine wichtige Rolle.

Nach seinen Angaben gibt es in den bislang unerreichten Bereichen der Höhle keine trockenen Stellen, an denen Menschen über längere Zeit hätten überleben können. Das gilt als weiteres alarmierendes Zeichen im Fall der zwei Vermissten.

Hinzu kommt nach Angaben von Kengkard Bongkawong, dass der Bereich, in dem sich die beiden befinden könnten, noch tiefer liegt als der Ort, an dem die fünf Überlebenden gefunden wurden. Ein Kontakt zu den Vermissten besteht demnach weiterhin nicht.

Angehörige warten auf weitere gute Nachrichten

Vor der Höhle warteten Angehörige unterdessen angespannt auf Nachrichten über die Rettung. Die Ehefrau eines der eingeschlossenen Männer sagte laut CNN, sie habe seit dem Unglück kaum schlafen können. Zugleich sei sie sehr dankbar für die Hilfe der Einsatzkräfte. Die Gewissheit, dass ihr Mann noch lebt, mache sie sehr glücklich.

Suche nach alternativen Zugängen offenbar ohne Erfolg

Die Einsatzkräfte hatten zwischenzeitlich auch nach natürlichen Schächten und anderen möglichen Zugängen im Berg gesucht, um die Rettung zu erleichtern. Nach bisherigen Informationen blieb dieser Ansatz jedoch offenbar ohne Erfolg.

Gleichzeitig ließen die Behörden mit schwerem Gerät eine Straße durch den Dschungel zur abgelegenen Höhle bauen. Damit sollte unter anderem die Zufahrt für Krankenwagen und Rettungstechnik verbessert werden. Außerdem wurde ein Auffangbecken für das abgepumpte Wasser angelegt.

Internationale Spezialisten unterstützen die Mission

Zur Unterstützung der Rettungsmission wurden zusätzliche internationale Spezialisten angefordert. Berichten zufolge erreichten inzwischen unter anderem der australische Tauchexperte Josh Richards sowie weitere Fachleute aus Japan und Frankreich das Einsatzgebiet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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