Der Waldbrand auf der bei Feriengästen beliebten Ägäis-Insel Paros ist inzwischen unter Kontrolle. Die Lage habe sich deutlich verbessert, sagte ein Sprecher der Feuerwehr dem Nachrichtensender ERTNews. Zuvor hatten Einsatzkräfte die ganze Nacht gegen die Flammen gekämpft, mehrere Orte waren vorsorglich geräumt worden.
Eine vollständige Entwarnung gab die Feuerwehr allerdings noch nicht. Wegen der starken Winde in der Region müssten verbliebene kleinere Brandherde weiter überwacht werden. Nach Angaben des Sprechers gibt es praktisch keine aktive Feuerfront mehr.
Seit Dienstag hatte die Feuerwehr auf der Kykladen-Insel das Feuer mit einem Großaufgebot bekämpft. Unterstützung kam von den Nachbarinseln Naxos und Syros sowie vom griechischen Festland. Besonders bedroht war Berichten von Proto Thema und Kathimerini zufolge der Ort Agkairia. Löschflugzeuge und Hubschrauber hatten ihre Einsätze in der Nacht unterbrechen müssen, sie mit Tagesanbruch aber wieder aufgenommen.
Begünstigt worden war der Brand durch große Hitze und stark ausgetrocknete Vegetation. Hinzu kam kräftiger Wind, der die Löscharbeiten zeitweise zusätzlich erschwerte.
Lehren aus früheren Brandkatastrophen
Griechenland ist in diesem Jahr bislang weitgehend von längeren Hitzewellen verschont geblieben. In den vergangenen Sommern war das anders: Damals sorgten wochenlange Hitze, Dürre und starke Winde immer wieder für ideale Bedingungen für schwere Waldbrände.
Nach den verheerenden Feuern der Vorjahre hat das Land seine Brandbekämpfung deutlich ausgebaut. Die Feuerwehr verfügt inzwischen über 85 staatliche Löschflugzeuge sowie rund 18.000 Berufs- und Saisonkräfte. Außerdem setzt Griechenland verstärkt auf moderne Technik: Mehr als 100 Drohnenstützpunkte in besonders gefährdeten Regionen sollen Brände frühzeitig erkennen. Zusätzlich wurden vier speziell für die Feuerüberwachung entwickelte Satelliten ins All gebracht, die vor allem trockene Gebiete im Blick behalten.
Auch in anderen Teilen des Landes ist die Waldbrandgefahr derzeit hoch. Wie Kathimerini berichtete, rückte die Feuerwehr am Dienstag auch zu Bränden in der nordöstlichen Region Evros aus. Für Kreta sowie die Inseln Lesbos, Chios, Samos, Ikaria und Psara gilt Warnstufe 4 von 5. In der Region Athen und im Nordosten der Peloponnes wurde Warnstufe 3 ausgerufen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber