Gesetzlich Versicherte in Bayern können sich bei geplanten Zahnbehandlungen ab sofort auch per Videosprechstunde kostenlos eine zweite Einschätzung holen. Mit dem neuen Angebot der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) sollen Patientinnen und Patienten Heil- und Kostenpläne besser bewerten können. Anlass ist auch, dass die Festzuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen für Zahnersatz nach Angaben der KZVB ab 2027 sinken sollen.
Zweitmeinung durch erfahrene Gutachter
Das Zweitmeinungsangebot der KZVB gibt es bereits seit rund 20 Jahren. Bislang war die Beratung allerdings nur vor Ort in den Zahnärztehäusern in München und Nürnberg möglich.
Die spezialisierten Zahnärzte prüfen den Heil- und Kostenplan und untersuchen die Betroffenen bei Bedarf zusätzlich. Nach Angaben der KZVB verpflichten sich die Beratungszahnärzte dazu, die Ratsuchenden nicht selbst weiterzubehandeln. So solle verhindert werden, dass Patienten abgeworben werden oder ein Preiswettbewerb zwischen Praxen entsteht.
Für die Videosprechstunde reichen ein Smartphone oder ein Computer mit Webcam. Termine können online oder telefonisch vereinbart werden. Falls eine Untersuchung in Präsenz nötig ist, bleibt diese weiterhin bei den spezialisierten Zahnärzten in München oder Nürnberg möglich.
Grundsätzlich können Patienten eine zweite Meinung aber auch unabhängig von diesem Angebot bei anderen niedergelassenen Zahnärzten einholen.
Auch Hilfe bei kieferorthopädischen Behandlungen
Eine kostenlose Zweitmeinung bietet die KZVB zudem für kieferorthopädische Behandlungen an. Damit soll auch das Vertrauen zwischen Patienten und den behandelnden Zahnärzten gestärkt werden. Nach Angaben der KZVB setzen mehr als 90 Prozent der Ratsuchenden ihre Behandlung nach der Beratung bei ihrer bisherigen Zahnarztpraxis fort.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber