Mehr öffentliche Ladepunkte für E-Autos in Deutschland
In Deutschland wächst das Netz öffentlicher Ladepunkte für Elektroautos weiter deutlich. Das geht aus aktuellen Daten der Bundesnetzagentur hervor, die das Energieunternehmen 1Komma5Grad für seinen „Ladesäulenatlas“ ausgewertet hat. Zum 1. September waren demnach mehr als 209.000 öffentliche Ladepunkte registriert. Das entspricht einem Plus von 24 Prozent gegenüber Juli 2025. Davon entfielen gut 150.000 auf Normalladepunkte und knapp 59.000 auf Schnellladepunkte. Die Deutsche Presse-Agentur erhielt die Auswertung vorab.
Stuttgart bleibt klar vorn unter den kreisfreien Städten
Unter den 107 kreisfreien Städten liegt Stuttgart weiterhin mit großem Vorsprung an der Spitze. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt kommen den Angaben zufolge 2.107 Ladepunkte auf 100 Quadratkilometer. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 12 Prozent.
Auf den weiteren Plätzen folgen Regensburg mit 1.452 Ladepunkten je 100 Quadratkilometer und einem Plus von 19 Prozent sowie München mit 1.179 Ladepunkten, ebenfalls 19 Prozent mehr als zuvor.
Am unteren Ende der Statistik stehen Brandenburg an der Havel mit 59 Ladepunkten pro 100 Quadratkilometer, was einem Anstieg von 42 Prozent entspricht, Dessau-Roßlau mit 55 Ladepunkten und einem Plus von 15 Prozent sowie Suhl mit 53 Ladepunkten und einem Zuwachs von 6 Prozent.
Besonders starke Zuwächse abseits der Metropolen
Die höchsten prozentualen Steigerungen gab es laut Auswertung vor allem in kleineren Städten. So nahm die Zahl der Ladepunkte im bayerischen Schwabach um 112 Prozent zu und erreichte 172 Ladepunkte pro 100 Quadratkilometer. In Mülheim an der Ruhr stieg die Dichte seit Juli 2025 um 89 Prozent auf 429 Ladepunkte.
Neuer Spitzenreiter bei den Landkreisen
Auch bei den 294 Landkreisen hat sich an der Spitze etwas verändert. Nach Angaben von 1Komma5Grad führt nun der Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen die Rangliste an. Dort wuchs die Zahl der Ladepunkte um 40 Prozent auf 344 je 100 Quadratkilometer.
Damit wurde der bisherige Spitzenreiter, der Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg, auf Platz zwei verdrängt. Böblingen kommt auf 328 Ladepunkte und verzeichnete ein Wachstum von 19 Prozent. Rang drei belegt der Main-Taunus-Kreis mit 281 Ladepunkten pro 100 Quadratkilometer, ein Plus von 15 Prozent.
Kritik an ungleicher Verteilung
1Komma5Grad sieht in der Entwicklung grundsätzlich ein gutes Zeichen. Produktchef Jannik Schall sprach von einem positiven Trend beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig verwies er aber auf deutliche Unterschiede zwischen den Regionen. Während Ballungsräume inzwischen vergleichsweise gut versorgt seien, gebe es in kleineren Städten und im ländlichen Raum weiterhin Nachholbedarf. Dort müsse der Ausbau weiter vorangetrieben werden, damit der Wechsel zum Elektroauto flächendeckend gelingen könne.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber