Burek statt Brezel, Krempita statt Streuselkuchen: In deutschen Innenstädten eröffnen immer mehr Bäckereien mit Balkan-Spezialitäten. Nach Beobachtung des Bäckerinnungsverbands Baden-Württemberg nimmt ihre Zahl spürbar zu. Auch türkische Backbetriebe sind vielerorts längst fest etabliert.
Wie viele Balkan-Bäckereien es in Deutschland genau gibt, ist allerdings unklar, da sie statistisch nicht gesondert erfasst werden. Für klassische Bäckereien bedeutet das zusätzliche Konkurrenz, sagt Verbandsgeschäftsführer Frank Sautter. Kunden, die dort einkaufen, fehlten möglicherweise an anderer Stelle. Als existenzielle Gefahr werde diese Entwicklung jedoch nicht gesehen. Zudem hätten alle Betriebe mit ähnlichen Problemen wie steigenden Kosten und Personalmangel zu kämpfen.
Mischung aus Bäckerei und Imbiss
Der Regensburger Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder nennt mehrere Ursachen für den Trend. Zum einen würden frühere Standorte traditioneller Bäckereien frei, zum anderen wandelten sich die Essgewohnheiten. Gefragt seien zunehmend kleine Gerichte, die zwischen Snack und vollwertiger Mahlzeit liegen. Genau in diesem Bereich positionierten sich Balkan-Bäckereien erfolgreich. Sie verbinden klassische Backwaren mit einem Imbissangebot.
Typisch sind herzhafte Teigspezialitäten wie Burek, etwa mit Fleisch, Käse oder Spinat gefüllt. Bei den süßen Angeboten zählen Krempita — eine Blätterteigschnitte mit Vanillecreme — sowie Baklava zu den bekanntesten Klassikern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber