Die Diözese Eichstätt hat wieder einen Bischof: Christian Würtz hat sein neues Amt in einem feierlichen Gottesdienst im Eichstätter Dom offiziell übernommen. Der bisherige Freiburger Weihbischof nahm auf der Kathedra, dem Bischofsstuhl, Platz. Die Menschen im voll besetzten, frisch renovierten Dom reagierten mit Applaus.
In seiner Predigt sagte der 55-Jährige, es gebe derzeit genug Grund zur Sorge für viele Menschen. „Aber die Sorgen dürfen nicht das letzte Wort haben.“ Seit seiner Ernennung habe er im Bistum Eichstätt viele Menschen kennengelernt, die sich um Frieden bemühten – „durchs Gebet und durch ihr aktives Tun“. Er wolle dazu einladen, die Diözese weiter zu einem Ort zu machen, an dem sich Frieden ausbreite.
Mit 55 Jahren ist Würtz aktuell der jüngste Diözesanbischof Deutschlands. Der Fuldaer Bischof Michael Gerber, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sprach von guten Voraussetzungen für viele segensreiche Jahre in Eichstätt. Zugleich verwies er auf die gemeinsame badische Herkunft mit Würtz: Die Prägung und die Verbundenheit mit der Heimat am Oberrhein würden beide ein Leben lang begleiten.
Zu Beginn der Feier überreichte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, die päpstliche Ernennungsurkunde. Eine neue Bischofsweihe war nicht nötig, weil Würtz bereits 2019 zum Bischof geweiht worden war.
Eine besondere Geste kam von Würtz’ Vorgänger Gregor Maria Hanke: Er überreichte ihm das sogenannte Rationale. Dieser Schulterschmuck darf nach Angaben der Diözese heute nur noch von den Erzbischöfen von Krakau und Paderborn sowie den Bischöfen von Nancy-Toul und Eichstätt getragen werden.
Der Gottesdienst mit bekannten Kirchenliedern wie „Großer Gott, wir loben Dich“, Weihrauch und großem Zuspruch im Dom ließ die katholische Kirche an diesem Nachmittag in Eichstätt beinahe unberührt von Mitgliederschwund und Reformdebatten erscheinen.
Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl betonte zu Beginn der Feier die verbindende Aufgabe des Bischofsamts. Ein Bischof handle nicht im Geist dieser oder jener kirchenpolitischen Agenda und nicht nur für einzelne Gruppen. Seine Aufgabe sei es vielmehr, Brücken zu bauen – in der Diözese und in der Weltkirche.
Zu den Gästen des Gottesdienstes zählten mehrere Bischöfe, darunter Gössl, Kardinal Reinhard Marx aus München, Stephan Burger aus Freiburg und Michael Gerber aus Fulda. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) feierten den Gottesdienst mit.
Söder würdigte im Anschluss auf der Plattform X die Rolle der Kirchen als „unverzichtbares und verbindendes Element“ der Gesellschaft. Sie vermittelten Glauben, böten Orientierung und stärkten mit Sozialarbeit, Bildung und Seelsorge den Zusammenhalt sowie die Demokratie. Über Würtz schrieb Söder, dieser verstehe sich als Teamplayer mit großer Offenheit für alle Anliegen. Seine zugewandte und dialogbereite Art habe man bereits kennenlernen dürfen.
Würtz folgt auf Gregor Maria Hanke, der sein Amt im Juni 2025 niedergelegt hatte. Im Juli gab der Vatikan bekannt, dass Papst Leo XIV. Christian Würtz zum neuen Bischof von Eichstätt ernannt hat. Zuvor war er seit 2019 Weihbischof in Freiburg. Er promovierte sowohl in Jura als auch in Theologie.
Mit seinem Amtsantritt ist Würtz nun der 83. Bischof von Eichstätt. Die Diözese wurde im 8. Jahrhundert vom heiligen Willibald gegründet. Gemessen an der Zahl der Katholikinnen und Katholiken ist Eichstätt mit 334.517 Mitgliedern (Stand 2025) das kleinste bayerische Bistum. Es liegt zentral im Freistaat, umfasst viele ländliche Gebiete und reicht vom Nürnberger Süden bis in die Industriestadt Ingolstadt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber