Wirtschaft

Starbucks für Xinjiang-Filialen heftig in der Kritik

Starbucks startet in Xinjiang – jetzt fordert ein US-Politiker wegen schwerer Vorwürfe gegen Peking die sofortige Schließung.

03.10.2026, 04:37 Uhr

Starbucks wegen Filialeröffnung in Xinjiang in der Kritik

Die US-Kaffeekette Starbucks sieht sich nach der Eröffnung ihrer ersten Standorte in der chinesischen Region Xinjiang politischem Gegenwind ausgesetzt. John Moolenaar, Vorsitzender des China-Sonderausschusses im US-Repräsentantenhaus, rief das Unternehmen dazu auf, die neuen Geschäfte angesichts der Lage der Uiguren wieder zu schließen. Der republikanische Politiker sprach von einer „schockierenden“ und „moralisch bankrotten“ Entscheidung.

In einer Stellungnahme erklärte Moolenaar, Starbucks müsse seinen Kurs umgehend korrigieren und die Filialen in Xinjiang schließen. Jeder dort verkaufte Kaffee verbinde eine bekannte US-Marke mit dem harten Vorgehen der Kommunistischen Partei Chinas gegen die uigurische Bevölkerung.

Starbucks hatte am Dienstag zwei Cafés in Urumqi eröffnet, der Hauptstadt der Region. Eines befindet sich am Großen Basar, das andere am internationalen Flughafen.

Vorwürfe wegen Menschenrechtslage

In Xinjiang lebt ein großer Teil der überwiegend muslimischen Minderheit der Uiguren. Menschenrechtsorganisationen werfen der chinesischen Führung seit langem Unterdrückung und schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Die Regierung in Peking weist diese Anschuldigungen zurück.

Erst im Frühjahr hatte Starbucks 60 Prozent seines Filialgeschäfts in China an den chinesischen Finanzinvestor Boyu Capital verkauft. Die restlichen 40 Prozent hält weiterhin der US-Konzern.

Unternehmen geraten im Zusammenhang mit Xinjiang immer wieder zwischen die Fronten. Volkswagen stand wegen seines Werks in der Region jahrelang unter Kritik; Ende 2024 wurde der gemeinsam mit SAIC betriebene Standort veräußert. Auf der anderen Seite sahen sich H&M und Adidas 2021 in China mit Boykottaufrufen konfrontiert, nachdem die Unternehmen Bedenken über mögliche Zwangsarbeit in Xinjiang geäußert hatten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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