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Busdrama in der Schweiz: mehrere Tote

Tödliches Busunglück in Graubünden: Mehrere Menschen sterben, viele sind verletzt – was bisher über das Drama bekannt ist.

10.09.2026, 20:56 Uhr

Im Schweizer Kanton Graubünden hat sich am Donnerstagspätnachmittag ein schweres Busunglück ereignet. Nach Angaben der Kantonspolizei kamen fünf Menschen ums Leben. Die 40 weiteren Insassen des niederländischen Reisebusses wurden verletzt, darunter drei schwer.

In dem Fahrzeug befanden sich insgesamt 45 Menschen. Die Identifizierung aller Betroffenen war zuletzt noch nicht vollständig abgeschlossen. Hinweise auf deutsche Staatsangehörige an Bord gibt es den Behörden zufolge bislang nicht.

Tour führte ins Engadin

Der Bus war mit einer niederländischen Reisegruppe im Engadin unterwegs, einer bekannten Tourismusregion in Graubünden. Das Fahrzeug war auf dem Weg nach Susch, nahe dem Schweizer Nationalpark und am Fuß des 2.383 Meter hohen Flüelapasses.

Nach bisherigen Erkenntnissen prallte der Reisebus gegen eine Leitplanke, kam anschließend rechts von der Straße ab, stürzte eine kleine Böschung hinunter, kippte um und blieb auf der Seite liegen. Zur genauen Ursache machten die Ermittler zunächst keine näheren Angaben. Die Staatsanwaltschaft Graubünden und die Kantonspolizei untersuchen den Unfall gemeinsam. Nach Angaben der Polizei gibt es bislang keine Hinweise auf ein weiteres beteiligtes Fahrzeug.

Unfall an der Ausfahrt einer Baustelle

Neu ist, dass sich die Unfallstelle nahe Susch an der Ausfahrt einer rund 200 Meter langen Baustelle befindet. Dort wird der Verkehr einspurig an den Bauarbeiten vorbeigeführt, der Gegenverkehr muss an einer Ampel warten. An der Ausfahrt müssen Fahrzeuge leicht nach links auf die ursprüngliche Fahrbahn zurückziehen – genau in diesem Bereich verunglückte der Bus.

An der Unfallstelle war am Morgen danach eine stark verbogene Leitplanke zu sehen. In einem stundenlangen Nachteinsatz wurde der Bereich geräumt. Der beschädigte Bus mit teils aufgesprungenen Türen wurde mit Kränen auf ein Abschleppfahrzeug geladen.

Fahrer wohl nicht schwer verletzt

Nach einem Bericht des Portals „20 Minuten“ sagte die Ehefrau des Fahrers vor Ort, ihr Mann sei nicht schwer verletzt, stehe aber unter Schock. Demnach fahre er regelmäßig in der Region und kenne die Strecke gut. Die Reisegruppe habe sich zuvor in Österreich aufgehalten und einen Tagesausflug in die Schweiz unternommen.

Vor Ort waren bis spät in die Nacht zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr im Einsatz, darunter auch Hubschrauber. Für Angehörige und ausländische Konsulate wurde eine Hotline eingerichtet.

Der niederländische Reiseveranstalter Oad, für den der Bus unterwegs war, zeigte sich tief betroffen. Das Unternehmen erklärte, die Gedanken seien bei allen Betroffenen und ihren Angehörigen.

Lückenlose Aufklärung versprochen

Auch der Schweizer Präsident Guy Parmelin äußerte sich erschüttert. Auf der Plattform X sprach er den Angehörigen sein Mitgefühl aus und versprach eine umfassende und gründliche Aufklärung des Unfalls.

Bestürzt reagierte auch das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima. Ihr Mitgefühl gelte den Hinterbliebenen, den Verletzten und allen, die um Angehörige bangten, teilten sie auf Instagram mit.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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