Der Deutsche Judo-Bund hat die Äußerungen von Akaki Japaridze nach dessen brutaler Attacke auf Timo Cavelius scharf kritisiert. Der Verband zeigte sich "fassungslos" über das öffentliche Statement des Georgiers sowie über die Unterstützung, die dieser Beitrag teils sogar von bekannten internationalen Judoka erhalten habe.
Japaridze, 24 Jahre alt und für den JC Leipzig aktiv, hatte Cavelius, der für den TSV Abensberg kämpft, nach einem Wettkampf so schwer geschlagen, dass dieser ins Krankenhaus musste. Dabei erlitt der deutsche Judoka einen Kieferbruch. In einem Instagram-Beitrag versuchte Japaridze später, sein Verhalten zu erklären. Er betonte, der Ausbruch sei "nicht das Ergebnis von Emotionen" nach der sportlichen Niederlage gewesen.
Verband weist Rechtfertigung entschieden zurück
Stattdessen führte Japaridze nach eigenen Angaben ein aus seiner Sicht ehrverletzendes Verhalten seines Gegners an – sowohl durch Worte als auch durch Gesten. Solches Verhalten sei im Sport zwar ebenfalls nicht akzeptabel, schrieb er, für ihn als Georgier und als Mann aber besonders inakzeptabel.
Der Deutsche Judo-Bund reagierte darauf mit deutlichen Worten. Jede Verharmlosung oder gar Rechtfertigung dieser schweren Körperverletzung sei "nicht tolerierbar" und widerspreche den Grundwerten des Judosports, erklärte der Verband.
Japaridze war inzwischen nach Georgien zurückgekehrt. Dem Vorfall vorausgegangen war ein verlorener Kampf gegen Cavelius. Danach jubelte der Deutsche mit geballter Faust in Richtung seines Teams und auch in Richtung des Georgiers. Kurz darauf ging Japaridze plötzlich auf seinen Gegner los und verletzte ihn massiv im Gesicht.
Cavelius fällt mehrere Wochen aus
Der Deutsche Judo-Bund stellte zudem klar, dass der Angriff weder mit dem Verhältnis der beteiligten Vereine noch mit den Beziehungen zwischen den beiden Nationen zu tun habe. Es habe sich nicht um ein bloßes hitziges Gerangel oder eine nachvollziehbare Eskalation nach einer Provokation gehandelt. Vielmehr sei es ein massiver tätlicher Angriff gewesen, bei dem schwerste Verletzungen in Kauf genommen worden seien.
Cavelius musste nach dem Vorfall am vergangenen Samstag in der Universitätsklinik Leipzig sofort operiert werden. Sein Kiefer wurde mit drei Platten stabilisiert. Bis zu einer Rückkehr auf die Matte werden nach aktuellem Stand noch zehn bis zwölf Wochen vergehen.
Gegenüber der dpa sagte Cavelius, er befinde sich auf dem Weg der Besserung. Zugleich machte er deutlich, dass selbst ein möglicherweise provozierend wirkender Jubel keine Erklärung für eine derart massive Gewalttat sein könne. Er habe Japaridze weder beleidigt noch körperlich angegriffen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber