Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in der Demokratischen Republik Kongo einen massiven Mangel an Behandlungsplätzen für Ebola-Erkrankte. Nach Angaben aus Genf werden mehr als doppelt so viele Betten benötigt wie derzeit vorhanden. Zudem müssten neue Einrichtungen nicht nur in der ursprünglich betroffenen Provinz Ituri, sondern auch in anderen Regionen entstehen.
Der WHO-Logistikexperte Luca Fontana erklärte nach einem Einsatz vor Ort, aktuell stünden in dem flächenmäßig zweitgrößten Staat Afrikas 59 Behandlungszentren mit insgesamt rund 1.400 Betten zur Verfügung. Benötigt würden jedoch weitere 1.600 Plätze. Auch beim Personal gebe es großen Bedarf: Die Zahl der Pflegekräfte müsse von derzeit 4.000 auf etwa 9.000 steigen. Die WHO arbeite bereits an diesem Ausbau.
Nach Behördenangaben haben sich bei dem anhaltenden Ausbruch bislang 6.686 Menschen mit Ebola infiziert, 3.226 von ihnen starben. Das kongolesische Institut für nationale Gesundheit meldet derzeit 819 Patientinnen und Patienten in Behandlung oder Isolation. Dabei sind die vorhandenen Kapazitäten in den sechs betroffenen Provinzen unterschiedlich stark ausgelastet.
Genesene helfen künftig bei der Versorgung
Die Ausbildung neuer Kräfte läuft laut WHO mit hoher Intensität. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass die medizinische Versorgung außerhalb der Ebola-Zentren nicht zusammenbricht. Zu den Auszubildenden zählen auch einige der mehr als 1.500 Menschen, die eine Ebola-Infektion überstanden haben.
Der Betrieb eines Behandlungszentrums mit 50 Betten kostet nach Angaben Fontanas rund 500.000 US-Dollar, das entspricht etwa 430.000 Euro. Hinzu kommen hohe Ausgaben für Schutzkleidung: Jede Ausrüstung für Pflegekräfte kann nur einmal verwendet werden und kostet etwa 25 Dollar pro Einsatz.
Gefährliche Infektionskrankheit
Ebola ist eine lebensbedrohliche Viruserkrankung. Übertragen wird sie durch direkten Körperkontakt sowie durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Typische Folgen sind hohes Fieber, Durchfall und Blutungen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber