Island bestellt US-Botschafter nach Trump-Karte ein
Eine von US-Präsident Donald Trump auf Truth Social verbreitete umstrittene Karte Nordamerikas hat in Island scharfe Kritik ausgelöst. Die isländische Außenministerin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir ließ am Montag den amerikanischen Botschafter ins Ministerium bestellen, wie ein Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Dabei sei unmissverständlich klargemacht worden, dass die Darstellung „völlig unangemessen“ sei.
Trump hatte am Montag eine Karte geteilt, auf der Kanada, Grönland, Mexiko, Kuba und auch Island unter einer US-Flagge zu sehen sind. Als einziger Staatenname erscheint darauf „Vereinigte Staaten von Amerika“. Einen weiteren Kommentar zu der Grafik veröffentlichte der Präsident nicht.
Der Republikaner hatte in der Vergangenheit wiederholt mit territorialen Ansprüchen oder Erweiterungsfantasien für die USA provoziert. Mit Blick auf Kanada deutete er etwa an, das Land könne zum 51. Bundesstaat werden. Grönland möchte Trump erwerben und begründet dies damit, dass nur die USA die zu Dänemark gehörende Insel vor Einflussversuchen etwa aus Russland oder China schützen könnten.
Auch in Mexiko stieß die Karte auf Empörung. Präsidentin Claudia Sheinbaum schrieb auf X, ihr Land sei weder eine Kolonie noch ein Protektorat eines anderen Staates und werde dies auch niemals sein. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen betonte laut der Nachrichtenagentur Ritzau zudem, die Menschen in Grönland hätten mehrfach deutlich gemacht, dass sie nicht Teil der Vereinigten Staaten werden wollten. Daran halte man fest.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber