Wissen

WHO: Schon 130 Tote – wird Ebola jetzt außer Kontrolle?

Ebola breitet sich dramatisch aus: Immer mehr Tote – und plötzlich landen zwei US-Patienten in Spezialkliniken in Berlin und Prag.

21.05.2026, 14:36 Uhr

Ebola-Zahlen im Ostkongo steigen weiter

Die Zahl der Ebola-Infektionen im Osten der Demokratischen Republik Kongo nimmt nach Angaben der Behörden weiter schnell zu. Das Gesundheitsministerium meldet inzwischen 671 Verdachtsfälle und 160 vermutete Todesfälle.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor noch von knapp 600 Verdachtsfällen und von mehr als 130 vermuteten Todesfällen gesprochen. Nach Einschätzung der WHO liegt die tatsächliche Zahl der Infektionen wohl deutlich höher, weil nicht alle Krankheitsfälle gemeldet oder erfasst werden. Einige Dutzend Fälle wurden bislang im Labor bestätigt.

Uganda meldet keinen eigenen Ausbruch

Im Nachbarland Uganda wurden über die bereits bekannten zwei Fälle bei aus dem Kongo eingereisten Personen hinaus keine neuen Infektionen festgestellt. Nach Angaben der ugandischen Behörden gibt es derzeit keinen Ebola-Ausbruch auf ugandischem Staatsgebiet.

US-Arzt in der Charité in stabilem Zustand

Ein mit Ebola infizierter US-amerikanischer Arzt wird inzwischen in der Berliner Charité behandelt. Der Mann hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus angesteckt und war bereits am frühen Mittwochmorgen in die geschützte Sonderisolierstation des Universitätsklinikums gebracht worden.

In der Nacht trafen auch seine Ehefrau und vier Kinder in Berlin ein. Sie wurden ebenfalls in der Sonderisolierstation aufgenommen. Hintergrund war ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums galten die Familienmitglieder zuletzt als symptomfrei und waren negativ auf das Virus getestet worden. Sie werden als Kontaktpersonen des Infizierten eingestuft, da sie sich ebenfalls im Ostkongo aufgehalten hatten.

Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet sich der Arzt in einem stabilen Zustand. Die Versorgung in der Charité läuft bereits. Mutter und Kinder kamen wie zuvor der Vater mit einem Spezialflugzeug nach Berlin und wurden anschließend mit einem besonders gesicherten Fahrzeug in die Klinik gebracht.

Das Bundesgesundheitsministerium betonte, dass die Sonderisolierstation auf dem Campus Virchow-Klinikum vollständig vom normalen Klinikbetrieb getrennt ist. Für die Bevölkerung sowie für andere Patientinnen und Patienten bestehe daher keine Gefahr.

Kontaktperson aus Uganda in Prag unter Beobachtung

Auch in Prag wird ein US-Amerikaner in einer Sonderisolierstation überwacht, nachdem er in Uganda Kontakt zu einem Ebola-Patienten gehabt hatte. Er wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vom Flughafen in das Universitätsklinikum Bulovka gebracht.

Nach Angaben der Klinik zeigt der Mann keine Symptome. Er soll für die gesamte Inkubationszeit, die in der Regel bis zu drei Wochen beträgt, beobachtet werden. Für die Öffentlichkeit und den regulären Krankenhausbetrieb bestehe kein Risiko.

Seltener Bundibugyo-Typ erschwert die Eindämmung

Nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC begann der aktuelle Ausbruch in der nordöstlichen kongolesischen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Es handelt sich um den 17. registrierten Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976.

Besonders problematisch ist, dass der Ausbruch vom seltenen Bundibugyo-Typ des Ebolavirus verursacht wird. Gegen diese Variante gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine gezielte Therapie, was die Eindämmung zusätzlich erschwert.

Klinikzelte nach Streit um Leiche in Brand gesetzt

Im Osten des Kongo eskalierte die Lage zudem nach dem Tod eines Mannes mit Ebola-Symptomen in einer Klinik in Rwampara in der Provinz Ituri. Nach Angaben eines lokalen Anführers wurden bei einem Streit um den Leichnam zwei Klinikzelte in Brand gesetzt.

Demnach wollte die Familie den Toten zur Bestattung abholen, doch die Ärzte verweigerten dies. Der Körper eines an Ebola verstorbenen Menschen gilt als hoch ansteckend und muss deshalb unter strengen Sicherheitsvorgaben beerdigt werden. Nach Angaben des lokalen Vertreters konnten sich vier Patienten aus einem der Zelte retten, während in dem anderen Zelt eine Leiche verbrannte.

Gerade in der Region ist die Gefahr besonders groß, weil das Waschen und Berühren von Toten traditionell verbreitet ist.

Gefährliche und ansteckende Krankheit

Ebolafieber ist eine schwere und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch engen Körperkontakt sowie durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen übertragen.

Bei der großen Ebola-Epidemie in Westafrika in den Jahren 2014 und 2015 starben mehr als 11.000 Menschen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen