Ebola-Lage in Kongo und Uganda spitzt sich zu
Die Ebola-Ausbreitung in Zentralafrika verschärft sich weiter. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden im Kongo und in Uganda inzwischen fast 600 Verdachtsfälle registriert. Mehr als 130 Menschen sollen bereits gestorben sein, der Großteil davon in der Demokratischen Republik Kongo. Nur ein Teil der Fälle wurde bislang labortechnisch bestätigt. Die WHO geht jedoch davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher sind, weil zahlreiche Erkrankungen nicht erfasst werden.
Infizierter US-Arzt und Familie in der Berliner Charité
Ein US-amerikanischer Arzt, der sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola infiziert hatte, wird seit Mittwoch in der Sonderisolierstation der Berliner Charité behandelt. In der Nacht kamen auch seine Ehefrau und die vier Kinder nach Berlin. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Grundlage dafür war demnach ein Hilfeersuchen aus den USA.
Die Familienmitglieder hielten sich laut Ministerium ebenfalls in der betroffenen Region auf und gelten als Kontaktpersonen des Arztes. Zuletzt seien sie ohne Symptome gewesen und negativ auf das Virus getestet worden.
Der Patient war bereits am frühen Mittwochmorgen auf die geschützte Isolierstation gebracht worden. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC ist sein Zustand stabil.
Transport unter hohen Sicherheitsvorkehrungen
Wie zuvor schon der Vater reisten auch Mutter und Kinder mit einem Spezialflugzeug nach Berlin. Von dort ging es in einem besonders ausgerüsteten Fahrzeug weiter zur Charité. Der Konvoi wurde von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften begleitet und erreichte das Krankenhaus kurz vor 1.00 Uhr nachts. Zu weiteren Details äußerte sich das Bundesgesundheitsministerium zunächst nicht.

Die Sonderisolierstation am Campus Virchow-Klinikum ist vollständig vom normalen Krankenhausbetrieb getrennt. Nach Angaben des Ministeriums besteht deshalb weder für andere Patientinnen und Patienten noch für die Bevölkerung eine Gefahr.
Weiterer Kontaktfall in Prag überwacht
Auch in Prag wurde in der Nacht ein US-Bürger in eine Spezialstation gebracht. Er war in Uganda mit einem Ebola-Patienten in Kontakt gekommen. Das Universitätsklinikum Bulovka teilte mit, der Mann sei unter strengen Sicherheitsmaßnahmen vom Flughafen in die Klinik gebracht worden. Dort soll er während der gesamten Inkubationszeit, die in der Regel bis zu drei Wochen dauert, überwacht werden.
Symptome zeige er derzeit nicht. Für die Öffentlichkeit und den regulären Klinikbetrieb bestehe kein Risiko.
Ausbruch im Osten des Kongos
Nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC nahm der aktuelle Ausbruch in der nordöstlichen kongolesischen Provinz Ituri seinen Anfang. Die Region grenzt an Uganda und den Südsudan. Es ist bereits der 17. dokumentierte Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976.
Besonders problematisch ist, dass es sich um den seltenen Bundibugyo-Typ des Ebolavirus handelt. Gegen diese Variante gibt es bislang weder einen Impfstoff noch eine gezielte Behandlung, was die Eindämmung erschwert.
Gefährliche Infektionskrankheit
Ebola ist eine schwere und ansteckende Viruskrankheit. Übertragen wird sie durch engen Körperkontakt sowie durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen. Bei der großen Ebola-Epidemie in Westafrika in den Jahren 2014 und 2015 starben mehr als 11.000 Menschen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion