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Wal-Drama: Dänemark zieht Buckelwal an Land

Ein toter Buckelwal blockiert Dänemarks Urlaubsidylle: Jetzt soll «Timmy» in einer heiklen Aktion aufs Festland geschleppt werden.

21.05.2026, 10:58 Uhr

Der vor der dänischen Urlaubsinsel Anholt gestrandete Buckelwal, der unter dem Namen „Timmy“ bekannt wurde, wird voraussichtlich über Pfingsten vor Ort bleiben. Nach Angaben der dänischen Umweltbehörde ist es nicht gelungen, den geplanten Transport des Kadavers durchzuführen. Das Tier steckt nun auf einer Sandbank fest.

Transport nach Grenaa vorerst gescheitert

Die Behörden hatten zunächst versucht, den toten Wal in tieferes Wasser zu ziehen, um ihn anschließend in den Hafen von Grenaa auf dem jütländischen Festland zu schleppen. Dieser Plan scheiterte jedoch. Die Aktion wurde vorübergehend unterbrochen, während Einsatzkräfte nun andere Möglichkeiten für den Abtransport prüfen.

Ein neuer Versuch ist nach derzeitiger Einschätzung wohl erst nach Pfingsten möglich. Ziel bleibt weiterhin der Hafen von Grenaa, weil dort nach Angaben der Umweltbehörde die besten Voraussetzungen für eine Obduktion und die Entnahme wissenschaftlicher Proben bestehen.

Hafen in Grenaa bleibt als Ziel vorgesehen

Im Hafen von Grenaa waren bereits Vorbereitungen für die Ankunft des Kadavers getroffen worden. Dort sollte versucht werden, ein Metallgitter unter den Wal zu schieben, um ihn an Land zu bringen. Anschließend war vorgesehen, das Tier auf einen abgelegenen Schotterplatz zu bringen.

Die besondere Vorsicht hängt mit dem Zustand des Kadavers zusammen: Der Wal ist durch Fäulnisgase stark aufgebläht. Deshalb besteht die Gefahr, dass er beim Transport beschädigt wird oder im schlimmsten Fall aufplatzt.

Untersuchungen nach Ankunft geplant

Sobald der Wal nach Grenaa gebracht werden kann, sollen Wissenschaftler und Tierärzte den Kadaver untersuchen und Proben entnehmen. Solche Untersuchungen sind bei größeren Walstrandungen üblich, um mögliche Ursachen für den Tod des Tieres zu klären.

Danach soll der Kadaver in Containern abtransportiert werden. Ein ursprünglich angedachter schneller Ablauf noch vor dem Wochenende ist durch den gescheiterten Transportversuch jedoch hinfällig.

Gesundheits- und Sicherheitsrisiken bleiben bestehen

Die Umweltbehörde warnt weiterhin davor, sich dem Kadaver zu nähern. Es bestehe Ansteckungsgefahr. Zudem ist der tote Wal inzwischen extrem aufgebläht.

Auf aktuellen Bildern des Livestream-Anbieters News5 war der Walkadaver am frühen Abend, umringt von Möwen, weiter vor Anholt zu sehen. Sollte er dort liegen bleiben, könnte er Anwohner und Touristen stark belästigen. Weil Dänemark zudem ein sonniges Wochenende bevorsteht, könnte mit steigenden Temperaturen auch die Gefahr wachsen, dass der Kadaver explodiert.

Inselbewohner drängen auf schnellen Abtransport

Aus Sicht vieler Bewohner der Insel sollte der Wal möglichst schnell verschwinden. Pia Lange Christensen, Direktorin der Tourismusorganisation Visit Aarhus, die auch für Anholt zuständig ist, sagte bereits, es sei ein großer Wunsch der Einheimischen, dass das Tier zeitnah abtransportiert werde, damit Urlauber nicht gestört würden.

Die Saison habe gerade begonnen, und in den kommenden Wochen würden immer mehr Gäste auf die Insel kommen. Anholt gilt als beliebtes Urlaubsziel. Walstrandungen sind in Dänemark zwar nicht ungewöhnlich, doch normalerweise werden die Tiere nach Behördenangaben rasch entfernt.

Zuvor an deutscher Ostseeküste gestrandet

Der geschwächte Buckelwal war zuvor mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet. Vor einigen Wochen brachte eine private Initiative das Tier noch lebend in die Nordsee und setzte es dort aus. Später wurde der Wal jedoch tot vor Anholt angeschwemmt.

Trotz der Probleme sieht man bei Visit Aarhus auch einen kleinen positiven Nebeneffekt: Der Wal habe der Insel zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft.

Umweltministerium will Tracker-Daten auswerten

Unterdessen versucht das Umweltministerium in Schwerin, einen Tracker zu erhalten, den die private Initiative zuvor an dem Tier angebracht hatte. Die darauf gespeicherten Daten sollen ausgewertet werden. Bislang ist unklar, wie lange der Wal nach seiner Freilassung noch gelebt hat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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