Berlin

Ebola-Familie jetzt auch in Berlin

Ebola-Alarm in Berlin: Nach dem infizierten US-Patienten kommt nun auch seine Familie in die Charité-Isolierstation.

21.05.2026, 01:03 Uhr

Die Ehefrau und die vier Kinder eines mit Ebola infizierten US-Amerikaners sind nun ebenfalls in der Berliner Charité aufgenommen worden. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurden sie in der Nacht auf die Sonderisolierstation des Universitätsklinikums gebracht. Hintergrund war ein entsprechendes Unterstützungsersuchen der US-Behörden.

Der Familienvater, ein Arzt, hatte sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus infiziert. Er war bereits am frühen Mittwochmorgen auf Bitte der USA nach Berlin ausgeflogen und in die geschützte Isolierstation der Charité gebracht worden. Seine medizinische Versorgung läuft inzwischen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet sich der Mann in einem stabilen Zustand.

Auch seine Angehörigen hatten sich zuvor im Kongo aufgehalten und gelten als Kontaktpersonen des Infizierten. Nach Ministeriumsangaben waren sie zuletzt symptomfrei und wurden negativ auf Ebola getestet.

Wie schon der Vater kamen Mutter und Kinder mit einem Spezialflugzeug nach Berlin. Der Weitertransport zur Charité erfolgte in einem besonders ausgestatteten Fahrzeug. Begleitet wurde der Konvoi von zahlreichen Polizeimotorrädern und -autos sowie von Feuerwehrfahrzeugen und Krankenwagen. Kurz vor 1.00 Uhr traf er am Krankenhaus ein.

Keine Gefahr für Berlin

Die Sonderisolierstation der Charité am Campus Virchow-Klinikum ist räumlich und organisatorisch strikt vom normalen Klinikbetrieb getrennt. So soll jeder Kontakt zu anderen Patientinnen und Patienten ausgeschlossen werden. Nach Darstellung des Bundesgesundheitsministeriums besteht deshalb weder für die Bevölkerung in Berlin noch für andere Menschen in der Charité eine Gefahr.

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Erkrankung. Übertragen wird das Virus durch direkten Körperkontakt sowie über Körperflüssigkeiten.

Ausbruch im Ostkongo

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gibt es im Kongo und in Uganda inzwischen mehr als 500 Verdachtsfälle und über 130 vermutete Todesfälle, die meisten davon im Kongo. Einige Dutzend Infektionen wurden bislang im Labor bestätigt. Die WHO geht allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl höher liegt, weil nicht alle Fälle erfasst werden.

Der aktuelle Ausbruch konzentriert sich auf die unruhige Provinz Ituri im Osten des Kongo. Dort sind nach Kämpfen rund 100.000 Menschen auf der Flucht. Die Region grenzt an Uganda und den Südsudan. WHO-Experten sprechen von einer ernsten Lage in Zentralafrika, sehen aber keine Gefahr einer Pandemie.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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