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Schock in Norwegen: Eisbär in Europa hat Vogelgrippe

Schockfund in der Arktis: Erstmals trifft Vogelgrippe einen Eisbären in Europa – Expertin warnt vor größerem Trend.

20.05.2026, 12:20 Uhr

Norwegen hat den ersten Fall von Vogelgrippe bei einem Eisbären in Europa gemeldet. Das Virus wurde nach Angaben des norwegischen Veterinärinstituts bei einem toten, etwa einjährigen männlichen Tier auf Spitzbergen nachgewiesen. Auch bei einem verendeten ausgewachsenen Walross auf der Inselgruppe wurde demnach das Virus festgestellt.

Ragnhild Tønnessen vom Veterinärinstitut erklärte, die Funde seien Teil einer Entwicklung, bei der das Vogelgrippe-Virus in Europa zunehmend auch bei Säugetieren nachgewiesen werde. Zugleich habe sich der Erreger in den vergangenen Jahren in neue Gebiete ausgebreitet, darunter auch in die Arktis. Dort könnte er gefährdete Tierbestände und ganze Ökosysteme beeinträchtigen.

Viele Säugetier-Arten in Europa vom Virus betroffen

Bereits 2023 war weltweit erstmals Vogelgrippe bei einem Eisbären entdeckt worden: bei einem jungen Männchen in Alaska. Das nun auf Spitzbergen untersuchte Tier war laut Institut mit dem Subtyp H5N5 infiziert. Dieser Virustyp war dort zuvor nicht nur bei Vögeln, sondern auch schon bei einem Walross und bei Polarfüchsen nachgewiesen worden.

Das Vogelgrippe-Virus wurde inzwischen bei zahlreichen Säugetier-Arten in Europa gefunden. Betroffen waren neben Kühen und Katzen auch verschiedene Raubtiere wie Nerze, Luchse und Bären. Außerdem wurde der Erreger bei Meeressäugern wie Seehunden und Kegelrobben festgestellt. In Großbritannien war die Geflügelinfluenza zudem bereits bei einem Schaf nachgewiesen worden. Eine Übertragung auf Menschen ist grundsätzlich möglich, kommt aber nur selten vor.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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