Berlin

Ebola-Patient abgewiesen? Weißes Haus dementiert

Ebola-Arzt aus den USA liegt in Berlin – steckt hinter der Verlegung mehr als Medizin? Das Weiße Haus weist Vorwürfe scharf zurück.

21.05.2026, 10:49 Uhr

Das Weiße Haus weist einen Medienbericht zurück, wonach einem an Ebola erkrankten US-Bürger die Rückkehr in die Vereinigten Staaten verweigert worden sei. Die Washington Post hatte zuvor berichtet, der Mann habe nicht in die USA ausgeflogen werden dürfen und sei deshalb stattdessen nach Deutschland gebracht worden. Dadurch habe sich seine Behandlung verzögert.

Nach Angaben der Zeitung bezeichnete ein Sprecher des Weißen Hauses diese Darstellung inzwischen als „völlig falsch“. Oberstes Ziel der US-Regierung sei es, die Gesundheit und Sicherheit amerikanischer Staatsbürger zu schützen, sagte Sprecher Kush Desai demnach. Die Washington Post stützt ihren Bericht auf fünf mit dem Vorgang vertraute, aber nicht namentlich genannte Personen.

Behandlung an der Berliner Charité

Der US-Arzt, der sich im Kongo mit dem Ebolavirus infiziert hatte, wird seit Mittwoch auf einer Spezialstation der Berliner Charité behandelt. Zuvor hatten die USA die Bundesregierung um Unterstützung gebeten, damit der Mann zur Versorgung nach Deutschland gebracht werden konnte.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums handelt es sich bei der Sonderisolierstation um einen abgeschirmten Bereich, der vom normalen Klinikbetrieb getrennt ist. Für andere Patienten oder die Bevölkerung bestehe daher keine Gefahr.

Das Weiße Haus betonte zudem, die Charité sei international eine der führenden Einrichtungen für die Behandlung und Eindämmung hochgefährlicher Viruskrankheiten wie Ebola und den besten Zentren in den USA ebenbürtig.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC erklärte die Verlegung nach Berlin unter anderem mit der kürzeren Flugzeit und der großen Erfahrung der Charité im Umgang mit Ebola-Fällen. Auch die Ehefrau und die vier Kinder des Patienten befinden sich inzwischen an der Charité. Sie gelten als Kontaktpersonen, wurden zuletzt jedoch negativ getestet, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Der Gesundheitszustand des Infizierten ist laut CDC stabil.

Bericht über Sorge vor negativer Reaktion

Die Washington Post hatte weiter geschrieben, im Weißen Haus habe es vor allem Bedenken gegeben, wie eine Aufnahme des Patienten in den USA öffentlich wahrgenommen würde. Demnach habe man Kritik und Verunsicherung in der Bevölkerung befürchtet. Die Zeitung verwies in diesem Zusammenhang auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika ab 2014. Schon damals waren infizierte US-Bürger zur Behandlung in die Vereinigten Staaten gebracht worden. Donald Trump, zu jener Zeit noch nicht Präsident, hatte das damals kritisiert.

Ebola ist eine hochansteckende und lebensgefährliche Erkrankung. Das Virus wird durch engen Körperkontakt sowie über Körperflüssigkeiten übertragen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gibt es im Kongo und in Uganda inzwischen mehr als 500 Verdachtsfälle und über 130 mutmaßliche Todesfälle, die meisten davon im Kongo. Einige Dutzend Infektionen wurden bisher labortechnisch bestätigt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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