WHO mahnt in Südeuropa zu erhöhter Wachsamkeit wegen West-Nil-Fieber
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts mehrerer Erkrankungen in Südeuropa vor einer möglichen weiteren Ausbreitung des West-Nil-Virus. Nach Angaben des WHO-Regionalbüros für Europa in Kopenhagen ist die Zahl der durch Mücken übertragenen Fälle in den vergangenen Wochen besonders in Griechenland und Italien gestiegen. Zugleich betont die Behörde, dass die Krankheitssaison gerade erst beginnt.
In Griechenland wurden innerhalb einer Woche 14 neue Erkrankungen bestätigt. Seit Jahresbeginn summiert sich die Zahl damit auf 21 Fälle. Nach WHO-Angaben lagen 13 Betroffene weiterhin im Krankenhaus, drei von ihnen nach Angaben der griechischen Gesundheitsbehörde auf Intensivstationen.
Auch Italien meldete der WHO zufolge 21 Fälle in 17 Regionen. Jeweils zwei Erkrankungen wurden zudem aus Spanien, Rumänien und Nordmazedonien gemeldet.
Zwei Erkrankungen im laufenden Jahr in Deutschland registriert
Das West-Nil-Virus zirkuliert laut WHO überwiegend zwischen Vögeln und Mücken. Wenn infizierte Mücken Menschen stechen, kann das Virus übertragen werden – besonders häufig in den Monaten Juli bis September. Viele Infektionen bleiben unbemerkt. Das Robert Koch-Institut (RKI) und Forscher gehen deshalb von einer hohen Dunkelziffer aus.
Für Deutschland verzeichnete das RKI bis Ende der vergangenen Woche zwei Fälle von West-Nil-Fieber im laufenden Jahr. Beide Infektionen wurden den Angaben zufolge auf Reisen erworben.
Tipps zum Schutz vor Mückenstichen
Nach Einschätzung des RKI entwickelt etwa jede fünfte infizierte Person grippeähnliche Beschwerden. Diese treten meist zwei bis 14 Tage nach der Ansteckung auf. In schweren Verläufen kann das Nervensystem betroffen sein, etwa durch eine Enzephalitis oder Hirnhautentzündung.
Eine Impfung oder ein gezieltes Gegenmittel gibt es bislang nicht; behandelt werden können nur die Symptome. Die WHO betont, dass das Risiko für schwere Erkrankungen für die meisten Menschen zwar gering sei. Längere und heißere Sommer könnten die Gefahr einer Übertragung jedoch erhöhen.
WHO-Regionaldirektor Hans Henri Kluge riet dazu, bei hohem Fieber, Hautausschlag oder Nackensteifigkeit nach einem Mückenstich unverzüglich ärztliche Hilfe zu suchen. Reisende sollten sich nach Empfehlung der WHO unter anderem mit langer Kleidung und Mückenschutzmitteln vor Stichen schützen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber