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West-Nil-Fieber in Italien: Fälle schießen in die Höhe

Erst Griechenland, jetzt Italien: Die West-Nil-Fälle explodieren – warum Experten gerade jetzt alarmiert sind.

26.07.2026, 04:08 Uhr

In Italien ist die Zahl der erfassten West-Nil-Fieber-Fälle in diesem Jahr deutlich gestiegen. Nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC wurden bis zum vergangenen Mittwoch 46 Erkrankungen registriert. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch von 21 bestätigten Fällen in dem Land berichtet. Die ECDC meldet inzwischen auch für andere Staaten höhere Zahlen.

Insgesamt wurden der Behörde europaweit 81 lokal erworbene Infektionen gemeldet, also Ansteckungen, die nicht im Zusammenhang mit Reisen stehen. Neben Italien mit 46 Fällen verzeichneten Griechenland 21, Nordmazedonien 5, Rumänien 5, Spanien 3 und Frankreich 1 Fall.

Wie in den Sommermonaten üblich, nimmt die Zahl der West-Nil-Fieber-Erkrankungen derzeit spürbar zu. In Italien sind inzwischen alle 20 Regionen betroffen, darunter auch die Ballungsräume um Mailand und Rom.

Zwei Fälle in Deutschland im laufenden Jahr

Nach WHO-Angaben zirkuliert das Virus vor allem zwischen Mücken und Vögeln. Menschen können sich infizieren, wenn sie von einer infizierten Mücke gestochen werden — besonders häufig zwischen Juli und September. Laut Robert Koch-Institut (RKI) bleibt eine Infektion oft unbemerkt, weshalb Fachleute von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.

In Deutschland wurden in diesem Jahr nach RKI-Angaben zwei Fälle festgestellt. Beide Infektionen wurden demnach jedoch im Ausland erworben und nach Deutschland eingeschleppt.

Rund 20 Prozent der Infizierten entwickeln laut RKI grippeähnliche Beschwerden, die meist zwei bis 14 Tage nach der Ansteckung einsetzen. In schweren Verläufen kann das Nervensystem betroffen sein, etwa durch eine Hirnentzündung oder eine Hirnhautentzündung.

Für die meisten Menschen ist das Risiko gering

Das WHO-Regionalbüro Europa in Kopenhagen betont, dass das Risiko schwerer Krankheitsverläufe für die meisten Menschen niedrig sei. Gleichzeitig könne die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung durch längere und heißere Sommer steigen.

Die WHO rät dazu, bei hohem Fieber, Hautausschlag oder Nackensteifigkeit umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auf Reisen sollte man sich zudem mit langer Kleidung, Mückenschutzsprays und weiteren Schutzmaßnahmen vor Stichen schützen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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