Masernfälle in den USA auf Rekordniveau
In den USA breiten sich Masern so stark aus wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC und der Johns-Hopkins-Universität wurden in diesem Jahr bereits mehr als 2.300 Infektionen in 45 Bundesstaaten registriert. Damit ist der bisherige Jahreswert schon höher als im gesamten Jahr 2025, als laut CDC 2.289 Fälle erfasst worden waren.
Noch im Jahr 2000 galten die Masern in den Vereinigten Staaten als eliminiert. Danach kam es lediglich vereinzelt zu kleineren Ausbrüchen. Inzwischen wurden innerhalb von anderthalb Jahren jedoch mehr Erkrankungen gemeldet als in den 25 Jahren zuvor zusammen.
Vor allem ungeimpfte Kinder und Jugendliche betroffen
Auch Kanada, wo die Masern 1998 als ausgerottet galten, kämpft derzeit mit größeren Ausbrüchen. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation hatte dem Land deshalb im Herbst diesen Status aberkannt. Den USA könnte nun ein ähnlicher Schritt bevorstehen.
Besonders viele Fälle wurden in diesem Jahr bislang unter anderem in South Carolina, Utah, Texas, Florida und Arizona verzeichnet. Mehr als die Hälfte der Infektionen entfiel auf Kinder und Jugendliche. Über 90 Prozent der Erkrankten waren nach den vorliegenden Daten nicht geimpft.
Kritik an Gesundheitsminister Kennedy
Im vergangenen Jahr starben in Texas zwei Kinder und in New Mexico ein Mann infolge einer Masernerkrankung. Die Krankheit zählt zu den ansteckendsten Infektionen überhaupt und kann in schweren Fällen tödlich verlaufen.
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der von Präsident Donald Trump ernannt wurde, gerät wegen der steigenden Fallzahlen zunehmend unter Druck. Ihm wird vorgeworfen, mit seinen wiederholten Zweifeln am Nutzen von Impfungen zur Verunsicherung beigetragen zu haben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber