Hoffmann drängt auf Rüstungsabkommen mit der Ukraine
Vor der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe hat deren Vorsitzender Alexander Hoffmann ein formelles Rüstungsabkommen mit Kiew verlangt. Ziel sei es, die Bundeswehr von den im Krieg gewonnenen ukrainischen Erfahrungen zu profitieren zu lassen – insbesondere bei Drohnen, Abwehrsystemen und Marschflugkörpern.
Hoffmann sagte der "Bild am Sonntag", Deutschland werde seine Unterstützung für die Ukraine in jedem Fall fortsetzen. Zugleich habe das Land in zentralen militärischen Technologiebereichen bemerkenswerte Fortschritte gemacht.
CSU verlangt konkrete Gegenleistung
Nach Ansicht des CSU-Politikers sollte Deutschland im Gegenzug Zugang zu diesen Entwicklungen erhalten. Die Bundeswehr müsse an ukrainischen Rüstungsinnovationen beteiligt werden, um die eigene Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit auszubauen. Deshalb fordert Hoffmann ein zwischenstaatliches Abkommen, das die Ukraine verpflichtet, technologische Kenntnisse mit Deutschland zu teilen.
Er betonte zudem, Deutschland müsse im Ernstfall in der Lage sein, die Produktion von Drohnen rasch auszuweiten. Dafür solle gezielt auf das vorhandene ukrainische Know-how zurückgegriffen werden. Dieses Wissen halte Kiew bislang verständlicherweise teilweise zurück, weil es militärisch von großem Nutzen sei. Genau deshalb wolle man vertraglich festschreiben, dass Deutschland daran teilhaben kann.
Die CSU-Landesgruppe kommt am Montag und Dienstag zu ihrer Klausurtagung im fränkischen Kloster Banz zusammen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber