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Vogelzählung: Warum Spatzen und Schwalben verschwinden

Deutschlands Vogelzählung bringt Alarmierendes ans Licht: Was bei der «Stunde der Gartenvögel» entdeckt wurde, ist ernüchternd.

26.05.2026, 07:00 Uhr

Für Vogelbeobachter in Deutschland gibt es laut Nabu derzeit Licht und Schatten: Während sich bei einigen Finkenarten wieder mehr Sichtungen verzeichnen lassen, geht es für die Spatzen weiter bergab. Grundlage der Einschätzung ist die Aktion „Stunde der Gartenvögel“, bei der Menschen am zweiten Maiwochenende Vögel in Gärten und Parks gezählt und gemeldet haben.

Spatzen verlieren weiter

Besonders kritisch ist die Entwicklung bei den Sperlingsarten. Nach Angaben von Nabu-Vogelexperte Martin Rümmler bleibt der Haussperling zwar der am häufigsten gemeldete Vogel, gegenüber dem Vorjahr wurden jedoch 9 Prozent weniger Tiere registriert. Damit setzt sich der rückläufige Trend der vergangenen Jahre fort. Beim Feldsperling lag das Minus bei 6 Prozent.

Aus Sicht des Nabu ist das besorgniserregend. Wenn selbst sehr häufige Arten in Siedlungen seltener werden, könne das ein Warnsignal für den Zustand der Natur im urbanen Raum sein. Als Ursachen nennt der Verband vor allem fehlende Nahrung sowie den Verlust von Wohn- und Lebensräumen in Städten.

Starker Rückgang bei Mauerseglern und Mehlschwalben

Deutlich zurück gingen zudem die Meldungen von Mauerseglern und Mehlschwalben. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 25 Prozent weniger Mauersegler und 12 Prozent weniger Mehlschwalben beobachtet.

Beide Arten brüten an Gebäuden und ernähren sich von Insekten. Deshalb könnten sowohl der Rückgang von Insekten als auch nicht vogelfreundliche Sanierungen älterer Gebäude eine Rolle spielen. Laut Rümmler ist aber auch denkbar, dass ein Teil der Vögel später als sonst aus den Winterquartieren zurückgekehrt ist.

Finken zeigen wieder Aufwind

Positiver fällt der Blick auf einige Finkenarten aus. Nach einem vorübergehenden Rückgang wurden sie zuletzt wieder häufiger gemeldet. Besonders der Buchfink legte deutlich zu: Hier verzeichnete der Nabu ein Plus von 14 Prozent. Der Grünfink kam bundesweit auf einen Zuwachs von 3 Prozent.

Ein Grund für frühere Einbrüche könnten Krankheiten gewesen sein. Beim Grünfink hätten Infektionen mit Trichomonaden offenbar stärkere Auswirkungen gehabt als beim Buchfink. Diese Erreger verbreiten sich insbesondere an Futter- und Wasserstellen. Deshalb rät der Nabu, beim Füttern auf Sauberkeit zu achten, möglichst Futtersäulen zu verwenden und Trinkwasser täglich zu erneuern. Amseln wurden in etwa so oft gesichtet wie im Jahr 2025.

Deutlicher Abwärtstrend seit Jahren

An der diesjährigen Zählaktion beteiligten sich bundesweit rund 56.000 Menschen aus mehr als 38.000 Gärten. Dabei wurden weit über eine Million Vögel gemeldet.

Der langfristige Trend bleibt jedoch negativ: Während 2018 im Durchschnitt noch knapp 34 Vögel pro Garten oder Park gezählt wurden, lag dieser Wert 2026 nur noch bei rund 28,4. Die diesjährige „Stunde der Gartenvögel“ fand vom 8. bis 10. Mai statt. In diesem Zeitraum sollten Teilnehmende eine Stunde lang die Vögel vor ihrer Haustür beobachten und zählen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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